Seonative
Seonative
Paginierung

Paginierung und SEO

Was ist Paginierung (englisch: Pagination) eigentlich?

In Zusammenhang mit Webseiten und Suchmaschinenoptimierung wird der Begriff Paginierung für Inhalte verwendet, die nicht komplett auf einer Seite dargestellt werden. Beispiele finden sich bei

  • Produktauflistungen / Kategorieseiten in Onlineshops
  • Weblogs
  • Suchergebnislisten
  • oder lange Nachrichtenbeiträgen auf den Websites von Zeitungen.
paginierung1

So schön kann die Paginierung bei einem Blog aussehen.

Bei Dokumenten, welche aus Usability-Gründen über mehrere Seiten aufgeteilt sind, ist es wichtig, den Suchmaschinen mitzuteilen, dass die aktuelle URL eine Seite aus einem mehrseitigen Dokument ist. Ebenso welche URL die Seite davor und die Seite danach ist.

pagination zeit online

Paginierung eines Artikels bei der „Zeit“ online

Dafür gibt es die Attribute rel=“prev“ und rel=“next“, die im <head> der Seite eingefügt werden müssen.

Nehmen wir an, wir haben einen Inhalt, der sich über 3 Seiten (3 URLs) erstreckt:

http://www.beispiel.com/part1.html
http://www.beispiel.com/part2.html
http://www.beispiel.com/part3.html

Im <head> Bereich von beispielsweise part2.html müsste also folgende Angabe hinzu:

<link rel="prev" href="http://www.beispiel.com/part1.html">
<link rel="next" href="http://www.beispiel.com/part3.html">

Soweit wirklich simpel. Vergisst man aber die Paginierungsangaben in den Seiten, dann wird im schlimmsten Fall jede Seite von der Suchmaschine einzeln bewertet (Inhalt, Links usw.) und die Indexierung und das Ranking ist nicht mehr steuerbar.

Bei der Paginierung kann man einiges falsch machen

In der Vergangenheit gab es verschiedene Strategien, wie man mit paginierten Seiten umgeht. Meistens lag diesen die Absicht zugrunde, dass von paginierten Seiten nur die erste Seite im Index der Suchmaschine erscheinen soll. Bei Onlineshops mit sehr wenigen Artikeln wollte man die Suchmaschine auf die Artikeldetailseiten lenken und nicht mit den Kategorieseiten „ablenken“. Bei Onlineshops mit sehr vielen Artikeln und häufigen Sortimentswechseln wiederum sind die Kategorieseiten oft wichtiger als die Produktdetailseiten.

Folgende Dinge werden oft noch falsch gemacht:

  • Canonical Tag bei Seite 2 und folgende auf Seite 1 setzen. Der Canonical Tag ist hauptsächlich für Seiten mit fast identischem Inhalt gedacht, nicht um Paginierung zu definieren.
  • Canonical auf Seite 1 setzen und mit der NOINDEX Meta Robots Anweisung kombinieren. Das ist noch schlechter als das Beispiel zuvor: Google hat ausdrücklich gesagt, dass in dieser Konstellation die NOINDEX Konfiguration auf die Seite 1 vererbt wird. Das führt dazu, dass nicht nur die Seiten 2 ff  (wunschgemäß) nicht indexiert werden, sondern auch die erste Seite ebenfalls nicht in den Suchergebnissen auftaucht.
  • Falsche Verwendung von rel=“prev“ und rel=“next“. Diese Anweisungen gehören in den <head> Bereich des Quellcodes, nicht als Attribut in die Link Tags der Paginierungslinks. Das kann man zwar machen, ist aber nicht die Vorgehensweise, die Google empfiehlt. Die Vermutung liegt nahe, dass die Angaben im <head> wesentlich einfacher und schneller geparst werden können als Attribute in <a href> Tags.

So geht es richtig

  1. Rel=“next“ und rel=“prev“ wie oben angegeben verwenden. Immer.
  2. Bei langen Inhalten (z.B. Zeitungsseiten) kein „noindex“ meta robots tag verwenden. Guten Inhalt sollte man der Suchmaschine nicht vorenthalten. Durch die Verwendung der rel= Angaben wird fast immer die erste Seite im Index der Suchmaschine angezeigt.
  3. Kein Canonical verwenden – oder das obligatorische Canonical auf die jeweils aktuelle URL („auf sich selbst“), ggf. auf die entsprechende https Variante. Auf keinen Fall ein Canonical auf die Seite 1 von den Unterseiten setzen.
    1. Optional kann man mit einer zusätzlichen „Komplettansicht“ arbeiten. Das wäre die Version des Inhaltes ohne Paginierung. Damit man keinen Duplicate Content Problem erzeugt, sollten die paginierten Seiten dann alle auf die „Komplettansicht“ verweisen.
  4. Bei Onlineshops mit langen Produktlisten ist es sinnvoll, nur die erste Seite – die sogenannte Kategorieseite – durch die Suchmaschine indexieren zu lassen, und Seiten 2ff auf „noindex“ zu setzen. Neben dem eher schwachen Inhalt der Folgeseiten ist bei vielen Händlern auch eine große Fluktuation im Sortiment gegeben. Zudem muss man bei umfangreichen Shops auch das Crawlingbudget im Auge behalten und entsprechend steuern. Wichtig ist, dass wie bereits erwähnt bei den Noindex-Seiten kein Canonical auf die Seite 1 verweist.
  5. Bei allen genannten Varianten sollte die meta robots tag Konfiguration auf „follow“ stehen. Auch bei Onlineshops mit vielen Produkten.

Wer sehr lange paginierte Inhalte hat – also mehre Dutzend oder gar hunderte paginierte Seiten – der sollte sich Gedanken machen, wie man die Navigation der Paginierung gestaltet. In dem obigen Bild ist ein klassischer Ansatz gewählt worden: Vor, zurück, Erste Seite, letzte Seite (hier 15) und die nächsten 3 Seiten. Es handelt sich um die Paginierung unseres eigenen Weblogs. Hier ist keinerlei Strategie und Entwicklungsaufwand in die Paginierung geflossen. Dies ist nicht notwendig, da unsere Leser meistens aus der organischen Suche  direkt auf dem gewünschten Blogartikel landen. Und für weitere Navigation die interne Suchfunktion nutzen.

paginierung tomshardware

Bei 1100 Seiten muss man sich Gedanken zur Usability der Paginierung machen. Und auch zu den SEO-Aspekten der Pagerank-Vererbung.

Die Veränderung dieser Paginierungsnavigation führt zu Veränderung in der Klicktiefe und der internen Verlinkung. Und damit zur Verteilung des Pageranks, des Cheirank und zum Teil auch des Crawlingbudgets. Wer sich sehr ausführlich mit diesem Aspekt beschäftigen möchte, oder einfach nur neugierig ist, sollte unbedingt hier vorbeischauen: https://audisto.com/insights/guides/1/

(Bildlizenz: Oimel – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Paginierstempel.jpg, „Paginierstempel“, Ausschnitt & Text von seonative, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode)

Matthias Anhalt
Matthias ist Senior Projektmanager bei seonative. Er steuert die SEO Projekte und berät Kunden bei neuen, komplexen Aufgabenstellungen. Als Marketing-BWLer und Digital Native seit 20 Jahren sind für ihn Onlinemarketing und SEO eine naheliegende Berufung. Matthias ist zertifiziert für Google Adwords und Google Analytics, mag Gantt-Diagramme, Pivot-Tabellen und Schokolade.

Alle Beiträge von

Kommentieren

Impressum & Datenschutz
Kontakt
AGB

seonative GmbH - Daimlerstraße 73 - 70372 Stuttgart
Telefon: 0711 90 11 57-0 // Fax: 0711 90 11 57-9 // E-Mail: infoseonative.de