Mobile-Friendly Update am 21.04 – Aktuelles + Seonative-Leitfaden

Mobile Websites von Amazon und Zalando

Google stellt die Segel auf Mobile-Optimierung – am 21. April 2015 kommt das große und bereits langfristig angekündigte „Mobile Friendly Update“, wie wir bereits vor einiger Zeit hier berichtet haben.

Am Ende dieses Artikels finden Sie unseren Leitfaden „Sichtbar im mobilen Web“ zum Download als PDF-Datei.

Wen betrifft das Update?

Kurz – dieses Update betrifft alle! Also sowohl den kleinen Shop, die Affiliate-Seite als auch große B2B-Seiten. Die Zeit sich auf seiner 10 Jahre alten Seite auszuruhen ist also endgültig vorbei.

SEO-Campixx 2015 Recap Teil II

Ob Content SEO, Technical SEO, Local SEO, Mobile SEO, Realtime SEO, SEO Reporting, alles wurde auf den beiden Campixx Tagen am 14. Und 15. März thematisiert und noch vieles mehr. So facettenreich die Vorträge sind, so unterschiedlich sind auch die Erwartungen, die Interessen, die Eindrücke sowie die Learnings der einzelnen Teilnehmer. Da bereits sehr viele Recaps über die einzelnen Vorträge verfasst wurden, möchte ich eher auf die für mich interessanten Themen eingehen, von denen ich glaube, dass sie für viele von Interesse sein könnten.

Auswertung bei Keywords „not provided“

Die Kenntnis über die Suchanfragen der Websitebesucher ist für alle Optimierungsmaßnahmen besonders wichtig. Insbesondere die Verknüpfung mit weiteren Daten, wie. z.B. Welche Keywords führen zu den meisten Konversions, über welche Keywords werden die meisten Besucher generiert oder gibt es regionale Unterschiede in der Suche.

Über verschiedene Analyse Tools wie Google Analytics konnte man diese Keywords erhalten und weitere Auswertungen vornehmen. Aufgrund der Wahrung der Privatsphäre der Nutzer hat Google allerdings die Auslieferung der Suchanfragen im Oktober 2011 eingestellt. Nun steht bei der Mehrzahl der Suchanfragen ein „not provided“:

Keywords not provided

Eine Möglichkeit eine Übersicht über die Suchanfragen zu bekommen bieten die Google Webmasertools, allerdings ist hier die Verknüpfung zu den Analytics Daten nicht vorhanden.

Zwar gibt es keine hundertprozentige Lösung für dieses Problem, aber Möglichkeiten diese Keywords zu erhalten, indem man eine Auswertung auf URL-Basis macht und die rankenden Keywords der einzelnen URLs ermittelt.

Crawlability, Crawling Budget & Crawler Control

Eine Voraussetzung dafür dass die eigene Seite in den Google Suchergebnissen für bestimmte relevante Begriffe rankt ist die Crawlabillity, d.h. wie einfach wird es dem Crawler gemacht die Inhalte der Website zu erfassen.

Wichtig ist hierbei, dass:

  • Inhalte nicht für den Google Bot gesperrt werden
  • Die Inhalte mit wenigen Klicks erreicht werden können
  • Alle Links lesbar sind, d.h. Ajax, JavaScript, Frames etc. machen es der Suchmaschine schwer
  • Die Seiten schnell laden
  • Jede Seite einzigartig ist und nicht dieselben Inhalte auf anderen Seiten vorhanden sind.

Wie häufig der Google Crawler die Seite besucht, wieviel Zeit er auf der Seite verbringt und wie tief er die Seite crawlt wird als Crawling Budget bezeichnet. Umso höher das Crawling Budget umso besser. Die Höhe ist abhängig von mehreren Faktoren, hierunter gehören die Anzahl der Backlinks, die Interne Verlinkung, der Page Speed und der Page Rank. Da auch Google nur begrenzte Ressourcen hat, wird hier gewirtschaftet und Prioritäten gesetzt. Ziel sollte sein die Seiten so zu optimieren, dass Google sehr leicht und schnell die wichtigsten URLs erfassen und indexieren kann.

Überprüfen kann man den Crawl Staus in den Google Webmastertools:

crawling

Eine Site Search ist hierfür nicht geeignet! Eine Suche nach „site:www.seonative.de“ würde mehr Ergebnisse liefern als die tatsächlich indexierten Seiten. Bei dieser Abfrage liefert Google alle bekannten URLs aus, nicht nur die indexierten. Weitere Informationen zu technical SEO hat Jan Berens sehr gut erläutert:

Guter SEO Content

Das der Inhalt der Seite für das Ranking relevant ist, ist allgemein bekannt. Was einen guten Inhalt ausmacht definiert allerdings jeder anders. Viel zu häufig stößt man auf Websites die offensichtlich für jede einzelne Keywordvariante spezielle Zielseiten besitzt. Problem hierbei ist, dass der Besucher aufgrund der unterschiedlichen Bezeichnungen und der Suchmaschinentexte die an seinen Bedürfnissen vorbeioptimiert sind, die Orientierung verliert und schnell wieder die Seite verlässt. Dies wird von Google negativ für die Relevanz bewertet. Mario Förster gibt in seinem Vortrag: „SEO Insight Krisensicher Optimieren“ eine einfache Lösung: Für den Besucher optimieren und die Nr. 1 in seinem Thema werden!“ Stichwort ist hier: Epic Content, Inhalte die heraussragend, tiefgründig und ausführlich sind und holistischen Charakter haben, also ein Thema in der Gesamtheit erfassen. Um die Bedürfnisse der Zielgruppe zu ermitteln, bietet sich insbesondere die Analyse von Frage und Antwortportale über das entsprechende Thema an. Nimmt man die relevanten Fragen und Antworten in seinem Artikel auf, so bereichert man einerseits seine Artikel um derzeit aktuelle und für die Zielgruppe wichtige Themen und erzielt zudem ein Ranking im Longtail Bereich. Laut Förster kommen bei 4,5 Millionen Seitenaufrufen 3,27 Millionen über Longtail! Fazit: Inhalte müssen regelmäßig aktualisiert und mit für den Besucher relevantem Content erweitert werden. Im Fokus steht der Mehrwert für den Besucher und die Zufriedenstellung durch interessante und relevante Inhalte.

SEO Tools

Natürlich wurde auch viel über SEO Tools gesprochen und die Möglichkeiten und Grenzen aufgezeigt. Um die eigene Siete crawlen bieten sich insbesondere folgende Tools an:

Der Keywordmonitor ist besonders für die tägliche Überwachung der Rankings zu empfehlen.

Neben den bereits bekannten großen kostenpflichtigen Tools hat Malte Landwehr in seinem Vortrag 45 Tools in 45 Minuten auch weniger bekannte und kostenlose Tools vorgestellt.

Fazit: Natürlich gab es noch viele weitere spannende Vorträge. Aber nicht nur diese, sondern auch der Austausch mit Teilnehmern zwischen und nach den Vorträgen war auf jeden Fall die weite Reise von Stuttgart nach Berlin wert und auch das Fahrrad Outfit für Männer in Größe L, dass ich beim Slotcar Rennen gewonnen habe.

SEO-Campixx 2015 Recap Teil I

Am vergangenen Wochenende haben ein paar unserer SEO Manager wieder die SEO Campixx in Berlin besucht. Die Konferenz, die dieses Jahr zum sechsten Mal stattgefunden hat, wird zu den besten ihrer Art gezählt. Wir möchten mit insgesamt zwei Beiträgen (der zweite wird kommende Woche auf unserem Blog veröffentlicht) von unseren Eindrücken und den Erkenntnissen aus den vielen interessanten Vorträgen berichten.

„Mobile-Friendly“ wird Ranking-Faktor

Jetzt ist es offiziell: Ab dem 21. April werden mobil optimierte Webseiten in den Suchergebnissen bevorzugt angezeigt. Die Anpassung der Algorithmen wird sich weltweit in allen Sprachen auf die mobile Suche auswirken. Dieser Schritt war nur eine Frage der Zeit, da Google schon jahrelang die zunehmende Bedeutung von Mobile aufgrund der Änderung des Nutzerverhaltens betonte. Nun haben die Webmaster ca. 2 Monate Zeit ihre Seiten fit für Mobile zu machen.

Mehr mobilfreundliche Suchergebnisse

Ein Hinweis waren die im November 2014 eingeführten Lables „Für Mobilgeräte“ in den SERPs. Mobil freundliche Seiten werden ab sofort gekennzeichnet und wahrscheinlich auch bevorzugt geklickt.

Für Mobilgeräte optimiert

Ein zweiter Hinweis war die Einführung von „Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten“ in den Webmaster Tools. Man kann Seiten mit Fehlern in der Benutzerfreundlichkeit identifizieren. Diese können z.B. sein

  • Darstellungsbereich nicht konfiguriert
  • Kleine Schriftgröße
  • Touch-Elemente zu dicht beieinander
  • Größe des Inhalts nicht an Darstellungsbereich angepasst

Webmaster-Tools - Benutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten

Ein weiterer Hinweis war das neu eingeführte Google Mobile Friendly Testing Tool. Zu den PageSpeed Insights werden zusätzlich Informationen zur Nutzererfahrung bereitgestellt. Allerdings funktionierte der Test bei mir nicht immer, so wurde schon eine nicht optimierte Seite für gut empfunden.

Test auf Optimierung für Mobilgeräte

Wie optimiere ich meine Seite für Mobilgeräte?

Mein Kollege Holger hat in einem interessanten Artikel die 10 wichtigsten Faktoren zusammengefasst.

Auch App-Inhalte werden relevanter

Google erwähnte im Artikel weiterhin, dass auch Informationen aus Apps zukünftig als Rankingfaktor herangezogen werden. Dazu untersucht Google, welche Apps bereits auf dem Smartphone installiert sind und liefert bevorzugt Inhalte aus diesen Apps (die meist mit einer Webseiten verknüpft sind) aus. Für Entwickler und Webmaster hat Google einen Leitfaden für die App-Indexierung in der Google Suche erstellt. Somit sollte auch die Erstellung und Optimierung von Apps mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Übrigens: Seit Kurzem kann man in der Google Websuche nach Apps suchen und nach verschiedenen Kriterien filtern wie z.B. Preis oder Betriebssystem. Dazu müsst ihr in der App-Suche auf „Suchoptionen“. Für Webseiten, welche schon Apps besitzen, ein weiterer Anreiz diese auch zu optimieren.

-sport - Google- App-Suche

Ab sofort ist die mobile Optimierung also kein „Nice-to-have“ mehr sondern ein „Must-Have“. Neben Pagespeed wird jetzt auch die Usability eine große Rolle spielen, damit der Nutzer egal von wo mit welchem Gerät die beste Erfahrung hat.

Wir von seonative unterstützen Sie gerne!

Der Google Merchant Center-Produktfeed II – Google Shopping: Title, description und die Suchanfrage

In der Google Suche werden zwei Sorten von Anzeigen ausgeliefert: Zum einen normale Textanzeigen (die grundlegendste Form von Anzeigen) für alle Arten von Werbung, zum anderen die Google Shopping-Anzeigen für greifbare Produkte. Bei beiden Typen wird die Schaltung auf fundamental unterschiedliche Weise gehandhabt: Während für normale Textanzeigen die zu bedienenden Keywords vom Kampagnen-Manager selbst ausgesucht werden können (und man zielgenau bestimmen kann, für welche Suchbegriffe genau man Werbung schalten und wie hoch man dabei im einzelnen bieten möchte), gibt es solche genau festgelegten Keyword-Listen für Shopping-Anzeigen nicht. Stattdessen ist Google hierbei dazu übergegangen, eine vollständige Automatisierung vorzunehmen: Eine Suchanfrage wird vorgenommen, und der Google-Algorithmus entscheidet auf der Basis der Informationen im Produktfeed (und des Klickgebots), ob das Produkt für die Anfrage relevant ist – und das ergibt sich sehr häufig daraus, wie Titel (title) und Beschreibung (description) des Produkts verfasst sind.Auf dem Papier sieht die Handhabung der Anfragen für Shopping zwar vielversprechend aus (insbesondere dann, wenn man mehrere Tausend Produkte im Shop hat und nicht für jedes einzelne eine eigene Keywords-Liste erstellen möchte), in der Realität hat sie aber den Nachteil, dass man komplett der „Intelligenz“ des Algorithmus ausgeliefert ist, wenn es zum Matching von Suchanfragen und Shopping-Anzeigen kommt.

Relevante Produktinformationen

Dabei gilt, dass von den 20-30 Produktinformationen, die in einem Feed für jedes Produkt definiert werden müssen, verschiedene davon von gesteigerter Relevanz für die Suche sein können:

  • Titel
  • Beschreibung
  • Google Produktkategorie
  • Zustand (neu, gebraucht, erneuert)
  • Material
  • Muster
  • Farbe
  • Größe
  • Geschlecht (männlich, weiblich)
  • Alter (Erwachsene, Kinder)

Bei diesen Spezifikationen muss aber berücksichtigt werden, dass die meisten von ihnen vor allem mit einem Blick auf bestimmte Produkte entworfen worden sind: Die Informationen zu Material, Muster, Farbe, Größe, Geschlecht und Altersgruppe betreffen vorrangig Bekleidung, eingeschränkt auch Möbel, Gebrauchsgegenstände oder ähnliches. Für viele Produktgruppen sind allerdings nur ein oder zwei dieser Informationen von Belang (z.B. Zustand und evtl. Farbe/Material für technische Geräte, oder Zustand für Bücher), teilweise sogar gar keine (z.B. für Nahrungsmittel). Die Produktkategorie ist universell von Bedeutung, leidet aber daran, dass selbst die über 6000 Produkte, die in der Produkttaxonomie von Google festgelegt worden sind, bei weitem nicht ausreichen, alle möglichen Warengruppen abzubilden – oder alle möglichen Begriffe, um ein bestimmtes Produkt zu bezeichnen.

Titel und Beschreibung

Die wahrscheinlich wichtigste Produktinformation ist allerdings universell der Titel, gefolgt von der den ersten Zeilen der Produktbeschreibung, gefolgt vom Rest der Produktbeschreibung: Die Regeln, nach denen die Bedeutung von Keywords im Produktfeed festgelegt wird, ähneln also insofern durchaus den Regeln, nach denen bei der Suchmaschinenoptimierung von Webseiten die Bedeutung von Keywords in Überschriften/Fließtexten bewertet wird.

Grundsätzlich muss man bei der Nennung von Keywords im Titel vor allem zwei Dinge beachten, was die Feedoptimierung angeht: Es dürfen nur produktbezogene Fakten genannt werden (also keine Handlungsaufforderungen wie „kaufen“), und es existiert eine Obergrenze von 70 Zeichen – das heißt, man muss sorgfältig abwägen, welche Informationen man im Titel genannt sehen möchte (natürlich ist darüber hinaus aber auch zu bedenken, dass Keyword-Stuffing im Titel Benutzer abschrecken kann, die klare Angaben wünschen).

Grundsätzlich ist die Nennung der jeweiligen Produktbezeichnung im Titel allerdings nicht verkehrt, wenn es sich nicht gerade um ein äußerst generisches Produkt handelt:

Google Shoppinganzeigen

Bei spezifischen Suchanfragen sind Titel und Beschreibung nämlich selbst dann von Bedeutung, wenn alle Informationen an anderer Stelle im Feed (Produktkategorie, Farbe, Muster, Material, Altersgruppe) enthalten sind: Die Titel, die alle Keywords beinhalten, werden auf höheren Rängen geschaltet. Wenn man berücksichtigt, dass in der Shopping-Vorschau in der normalen Google-Suche nur die ersten vier bis acht Ergebnisse der Shopping-Suche gezeigt werden, kann das einem Anbieter also durchaus den notwendigen Vorsprung bei Nutzern verschaffen, die sich nur oberflächlich informieren.

Google Shoppinganzeigen

Und wenn bestimmte Suchbegriffe sonst nirgendwo niedergelegt werden können, werden Titel und Beschreibung gewissermaßen zur „Ersatz-Keywordliste“ – was insbesondere dann von Wichtigkeit ist, wenn diese Suchbegriffe überdurchschnittlich häufig für ein Produkt konvertieren.

Google Shoppinganzeigen

Fazit: Unabhängig davon, wie gut gepflegt und umfangreich ein Feed sein mag – wer auf aussagekräftige und mit Keywords angereicherte Titel/Beschreibungen verzichtet, vergibt wertvolle Positionen im Ranking. Wenn man diese Keywords nur dort unterbringen kann, sollte das auf jeden Fall getan werden, wenn man überhaupt in den Shopping-Ergebnissen gelistet werden möchte.

Mehr zum Thema Google Shopping Produktfeed.