Der Google Ads Keyword-Planer im SEO-Test

Seit einiger Zeit ist der neue Google Ads Keyword-Planer verfügbar. Dies wurde bereits seit einiger Zeit von Google angekündigt und passt vom Zeitpunkt her zu den aktuell großen Interface Umstellungen in Google Ads. Da nicht nur unsere SEA-Kollegen von klickwert, sondern auch wir SEOs sehr viel mit dem Keyword-Planer arbeiten, mussten wir uns diesen natürlich sofort anschauen und haben ihn für euch getestet und zeigen Unterschiede zum alten auf.

Mit Google Correlate -schnell und einfach (noch mehr) Keywordideen finden

Das Brot- und Buttergeschäft der Suchmaschinenoptimierung ist es, auf die richtigen Suchbegriffe zu ranken. Dazu muss man zwei Aufgaben erledigen:

  1. Keywordrecherche: Finden von möglichen Keywords (an die man noch nicht gedacht hat)
  2. Keywordanalyse: Qualitative Bewertung der gefundenen Keywords, um zu bestimmen, welche davon lohnenswert sind und genutzt werden sollten

Für Punkt 1, die Keywordrecherche gibt es viele Tools, und noch viel mehr SEO-Blogartikel, die diese Tools vorstellen. Grundsätzlich kann man die dort genannten Tools in 3 Kategorien aufteilen:

How To: „Abruf wie durch Google“

Ein aktuelles Rankingproblem eines Kunden machte mich nach längerer Zeit wieder auf das Diagnosetool von Google aufmerksam. Mit der Funktion in den Webmaster Tools, welche unter dem Punkt „Crawling“ zu finden ist, kann man sich aufzeigen lassen, wie der Googlebot eine Seite sieht. Die Funktion „Abrufen“ gibt es schon länger, seit Mai 2014 können Seiten zusätzlich gerendert werden. Das bedeutet, man erhält ein Vorschaubild wie der Googlebot die Seite sieht und kann ggf. Unterschiede zur Sicht des Besuchers erkennen. Bei der Seite des Kunden gab es die Vermutung, dass Google nicht alle Inhalte der Seite lesen und verstehen konnte, da u.a. viel mit JavaScript gearbeitet wurde. Eine Prüfung mit „Abruf wie durch Google“ ergab folgendes Ergebnis:

2015-01-22 16_07_34-Webmaster-Tools - Abruf wie durch Google

Der Googlebot konnte nicht alle Ressourcen der Seite erreichen, dementsprechend war das Vorschaubild nur eine graue Seite. Weiter unten wird aufgelistet, welche Ressourcen aus welchen Gründen nicht abgerufen werden konnten. Und siehe da, zwei Skripte wurden von der robots.txt-Datei blockiert. Doch haben gesperrte CSS- oder JavaScript-Dateien wirklich negative Auswirkungen auf das Ranking? In einem Blogpost empfiehlt Google:

“Wir empfehlen euch daher, dafür zu sorgen, dass der Googlebot auf alle eingebetteten Ressourcen zugreifen kann, die für die sichtbaren Inhalte oder das Layout eurer Website wichtig sind. Zum einen erleichtert euch das die Verwendung von “Abruf wie durch Google”, zum anderen kann der Googlebot dann diese Inhalte finden und indexieren.”

Nach kurzem Anruf beim Kunden wurden die blockierenden Elemente aus der robots.txt-Datei entfernt. Danach war das Rendern ohne Fehler möglich. Eine Woche später hat sich das Ranking von Seite 6 auf Seite 2 wieder erholt.

Was kann man mit der Funktion „Abruf wie durch Google“ noch anstellen?

Zunächst kann man wählen, ob man die Startseite oder eine bestimmte Unterseite abrufen lässt. In der Woche stehen maximal 500 Abrufe zur Verfügung. Danach kann man den Googlebot-Typ auswählen. Hier gibt es folgende vier Browsertypen zur Auswahl:

Webmaster-Tools - Abruf wie durch Google

Danach kann die Seite abgerufen werden (schnelle Variante) oder abgerufen und gerendert werden (eingehende Prüfung). Unterhalb erscheinen die Crawling-Ergebnisse, welche beispielsweise so aussehen können:

2015-02-04 16_06_02-Webmaster-Tools - Abruf wie durch Google

Wenn die Prüfung erfolgreich war, ist der Status „Abgeschlossen“. Weitere Statuswerte:

  • Fehler: Ein Problem von Google (am besten erneut versuchen)
  • Teilweise (bei Rendern): Google konnte nicht alle Ressourcen der URL erreichen
  • Weitergeleitet: Der Server verwies Google während des Aufrufs an eine andere URL
  • Blockiert: Ihre robots.txt-Datei blockiert das Abrufen der URL durch Google

Indexierung bei Google anfordern

Eine weitere nette Funktion ist das Senden von URLs an den Google Index. Kürzlich abgerufene Seiten können durch die Schaltfläche „An den Index senden“ direkt an Google gesendet werden. Danach öffnet sich ein Popup mit zwei Möglichkeiten:

  1. „Nur diese URL crawlen“: Google crawlt erneut die Seite und schickt diese anschließend an den Index (500 Abrufe pro Woche)
  2. „Diese URL und ihre direkten Links crawlen“: Die angegebene URL und die direkt verlinkten Seiten werden erneut gecrawlt. (10 Anfragen pro Monat)

Dadurch können z.B. neu erstellte Seiten manuell und schnell an den Index gesendet werden.

Das Tool bietet zusammenfassend umfangreiche Möglichkeiten rund um das Thema „Crawling und Indexierung“ und kann nicht nur bei Rankingproblemen hilfreich sein. 😉

Das Prinzip der UTM Parameter

UTM Parameter sind eine sehr gute Möglichkeit, die Wirkung von Onlinemarketingmaßnahmen in Google Analytics genau zuordnen zu können. Während das Funktionsprinzip von UTM Parametern leicht verständlich ist, tun sich viele mit der genauen Bedeutung der einzelnen Parameter schwer. Dafür haben wir hier eine Übersicht erstellt, die die Zusammenhänge visualisiert.

UTM Parameter Diagramm

Folgende Parameter gibt es

Campaign (erforderlich): Der übergeordnete Name der Kampagne.

Medium (erforderlich): Sollte genutzt werden, um die verschiedenen Kanaltypen zu segmentieren. Social Media, Anzeigen (im Beispiel CPC), Blogs, Email usw. Es sind übrigens auch Offline-Medien denkbar, z.B. mit QR Codes.

Source (erforderlich): Der möglichst verständliche Name des jeweiligen Kanals. In dem Diagramm gibt es beim Medium “CPC” als Source Google und Bing.

Content (optional): Sollte genutzt werden, um Inhaltliche Elemente einer Quelle zu unterscheiden. Besonders bei Emails ist das interessant: Klickt der Leser auf das Firmenlogo, auf den Button oder auf das Produktfoto?

Term (optional): Wird im allgemeinen dazu verwendet, um einen Suchbegriff / Keyword zu definieren.

In dem Diagramm-Beispiel würde man also für eine Kampagne mit einer Zielurl insgesamt elf verschiedene URLs mit unterschiedlichen UTM-Parametern erstellen. In der Praxis sind das natürlich weitaus mehr.

Zur Vereinfachung bietet Google selbst das UTM-Tool an: https://support.google.com/analytics/answer/1033867?hl=de

Der Nachteil bei diesem Tool ist, dass die Reihenfolge der Eingabefelder nicht der Logik des obigen Diagramms folgt.

Wichtig ist auch, dass die Parameter case-sensitiv sind. Daher empfehlen wir, grundsätzlich alles klein zu schreiben.

Wenn die URLs zu lang werden (zum Beispiel für Twitter), dann kann man nach der Erstellung der URL einen Shortener wie goo.gl verwenden.