Seonative
Seonative
SEO 2017

SEO 2017 und Rückblick 2016 (Vortrag Recap)

Für jene, die nicht an unserem Agenturevent mit Doppelvortrag am 23.11.2016 teilnehmen konnten, haben Christian und ich unsere Vorträge als Blogbeiträge zusammengefasst. Den Beitrag „Was kostet SEO“ finden Sie hier: https://www.seonative.de/was-kostet-seo/
Ich habe in meinem Vortrag 3 Themen behandelt: SEO Rückblick 2016, Tipps und Trends aus der alltäglichen SEO Arbeit und einen Ausblick in die Zukunft.

SEO Rückblick 2016

Wichtigste Algorithmus-Updates bei Google: Penguin 4.0, Possum, Rankbrain

Penguin 4.0 haben wir hier genauer erklärt. Das Update ist signifikant, weil die Auswertung von Backlinks jetzt in Echtzeit und auf Seitenebene, nicht mehr auf Domainebene erfolgt.

Possum ist ein Update welches die lokalen Suchergebnisse verändert. Wer bisher nach lokalen Dienstleistern und Geschäften suchte, bekam nur Anbieter innerhalb der amtlichen Stadtgrenzen angezeigt. Jetzt werden auch Anbieter aus den Vororten als Ergebnis ausgegeben, wenn diese abhängig vom Standort des Nutzers relevant sind. Die Filterung der lokalen Suchergebnisse hat sich geändert – das ist vor allem relevant für lokale Anbieter mit mehreren Niederlassungen, die aber die gleiche Website oder Telefonnummer an jeder Adresse angegeben haben. Diese sollten jetzt nicht mehr herausgefiltert werden.

Rankbrain beeinflusst jetzt alle Suchergebnisse – zum Jahresanfang waren es nur circa ein Drittel.

Neues Layout bei Adwords Anzeigen

Adwords Anzeigen sind jetzt breiter, haben mehr Zeichen in der Überschrift und im Anzeigentext: https://www.seonative.de/neues-von-google-adwords/

Neues Layout der Suchergebnisseiten bei Google

Dieses Jahr hat Google die Suchergebnisse auf dem Desktop verbreitert (mehr Zeichen in Meta Title und Meta Description möglich). Dafür sind die Anzeigen rechts von den Suchergebnissen nach unten verschoben worden. Zeitweise erschien im Firefox Browser eine Darstellung der Ergebnisse in einer Kartenansicht – dieser Test ist wohl eingestellt, daher muss ich hier einen fremden Screenshot einbetten:

Google AMP verbreitet sich schnell

Als wir 2015 über AMP geschrieben haben, waren wir noch ziemlich früh an dem Thema Acclerated Mobile Pages dran. Man wusste noch nicht einmal so recht, ob das überhaupt ein Thema wird, oder ob das ein Rohrkrepierer wie die Facebook Instant Articles wird. Nun ist 2016 fast vorbei, und AMP ist eins der wichtigsten Themen bei Google geworden. Das war nicht nur eine Erkenntnis von der SEOkomm in Salzburg, sondern wird auch mit offiziellen Zahlen vom AMP Projekt belegt:

  • 700.000 Domains bieten mittlerweile AMP Seiten an
  • Über 600.000.000 AMP-Seiten
  • Im Schnitt 4x schnellere Ladezeit
  • 10x weniger Datenvolumen
  • 8.700 Entwickler beteiligt (Open Source)
  • Neue Funktionen wie Formulare und Werbeanzeigen

AMP wird von Google stark gepusht; das passt auch zu der übergeordneten mobile first Strategie, die sich nachher noch ein paar Mal zeigen wird.

AdWords Keywordplaner stark eingeschränkt

Der Google AdWords Keywordplaner war für uns SEOs ein sehr hilfreiches Tool, um eine datengestützte Entscheidung für oder gegen bestimmte Keyword zu fällen. Besonders bei Synonymen oder verschiedenen Schreibweisen sind Daten zum Suchvolumen hilfreich gewesen. Die waren zwar schon immer etwas ungenau, aber bei sehr vielen Suchbegriffen werden die Daten jetzt aus den weitgehend passenden Keywords summiert, was den Nutzen für diesen Zweck ad absurdum führt. Da ist die ebenfalls neue Einschränkung, dass man ein aktives (sprich: Anzeigen schaltendes) AdWords Konto für den Keywordplaner benötigt, zweitrangig. Ein halbwegs funktionierender Workaround ist der Traffic Estimator von AdWords, aber alles im allem ist hier ein wichtiges SEO Hilfsmittel weggefallen.

Ebenso trauern wir den Content Keywords aus der Google Search Console nach, die erst vor kurzem komplett entfernt wurden.

 

Tipps und Trends

Spitzenlast: Ja Herr KaLeu, das muss das Boot abkönnen!

Wenn ein Onlinshop bereits unter der „Last“ eines SEO Tools in die Knie geht, sollte man dringend handeln. Überprüfen kann man seiner Websites mit Tools wie loader.io, octoperf.com und dergleichen. 2016 ist ja anscheinend das Jahr der DDoS Attacken. Caching, Content Delivery Networks und Firewalls sind ein Muss, wenn das Business von der Website abhängt.

Sicherheitslücken beim Webserver

Dies ist zunehmend wichtiges Thema. Fast alle Webserver laufen auf dem Linux Betriebssystem, und dieses OS ist bei weitem nicht so sicher wie es dargestellt wird. Gravierende Sicherheitslücken wie Shellshock, Heartbleed, Dirty Cow oder Rowhammer werden zwar zeitnah gepatcht, aber das nützt nichts, wenn Ihr Webhoster selten Updates einspielen. Im Zweifelsfall sollten Sie Ihr Hosting so organisieren, dass Sie hier die volle Kontrolle haben.

Pagination wird oft falsch gemacht

Die Paginierung von Produktlisten und ähnlichem wird auch heute noch oft falsch gemacht. Die Probleme, die daraus im Ranking entstehen sind meistens gravierend, deswegen verweise ich nochmal auf den ausführlichen Blogbeitrag dazu: https://www.seonative.de/paginierung-und-seo/

Oh Content, my Content

Ausführliche und thematisch umfassende Inhalte funktionieren. Auch die ellenlangen Kaufberater auf Kategorie-Seiten funktionieren noch.

Was wir 2016 unter anderem erlebt haben:

  • 2.400 Wörter Kaufberater zu Laptops als Kategorietext (transaktionaler Text, nicht informell!)
  • 3.800 Wörter Leistungsbeschreibung bei einem B2B Dienstleister
  • 7.000 Wörter über „gebrauchten VW kaufen“
  • „Wir brauchen jeden Monat 50 Rezepte á 500 – 700 Wörter“ – Website eines Lebensmitteleinzelhändlers

Wer so viel Geld für Content investiert, sollte das Linkbuilding (wichtigster Rankingfaktor mit Content) nicht vernachlässigen.

Weitere Tipps und Trends:

  • Basics wie Title, Meta Description und Überschriftenhierarchie werden noch immer falsch gemacht
  • Search Console: Abrufen wie durch Google Bot und rendern hat eine Auflösung von 1024px in der Breite
  • Oft ist ein Relaunch wirtschaftlich sinnvoller und nachhaltiger als ein bestehendes System noch zu optimieren

 

SEO Ausblick 2017

Mobile Index first

In nicht näher definierter Zukunft wird Google die mobile Version einer Website für das Ranking heranziehen, nicht wie momentan die Desktopseite. Das bedeutet, dass auf der mobilen Ansicht einer Website der gesamte Inhalt enthalten sein muss. https://www.seonative.de/mobile-first-index/

Google AMP 2017

Wie bereits dieses Jahr ersichtlich ist AMP – wenn es nach Google geht – die Zukunft des mobilen Webs. Ein Thema, das von Google stark gepusht wird und immer weiterentwickelt wird.

Progressive Web Apps

PWAs sind die Zukunft der Smartphone Apps. Im Prinzip eine Webapp mit Offline-Funktionalität und Zugriff auf Gerätehardware (Sensoren etc.). Ein spannendes Thema, das hier gar nicht einmal ansatzweise erschöpfend behandelt werden kann. Deswegen lesen Sie am besten hier weiter, wenn Sie vorhaben, Smartphone Apps zu veröffentlichen: https://developers.google.com/web/progressive-web-apps/

Native Apps

Wer doch noch eine native App erstellen will / muss, der sollte dies am besten mit dem Firebase Framework tun. Aus vielen Gründen, unter anderem aus SEO Gründen. Mehr zu Firebase auf der offiziellen Website: https://firebase.google.com/

SSL Verschlüsselung

HTTPS Verschlüsselung für die komplette Website ist zukünftig ein Muss, denn nur mit SSL Verschlüsselung funktioniert das neue, bessere, schnellere http/2 Protokoll. https://www.seonative.de/http2-und-seo-welche-vorteile-hat-das-neue-protokoll/

Geschwindigkeit

Geschwindigkeit ist ein sehr wichtiges Thema, das zum SEO Mainstream werden wird. Das betrifft nicht nur die Programmierung der Website (womit sich der Kreis zu AMP schließt), sondern auch viele technische Aspekte und die richte Auswahl von Serversoftware. Das http/2 Protokoll ist zukünftig auch obligatorisch.

Sprachsuche ist kein Gimmick mehr

Google Assistant, Amazon Echo, Apple Siri, Microsoft Cortana, Google Home, Smartwatches: Sprachsuche ist gekommen um zu bleiben. Was Anfang 2016 noch ein Gimmick war, ist mittlerweile alltäglich geworden, und wird sich mit displaylosen Geräten wie Google Home, Amazon Echo oder das zukünftige Microsoft Cortana Gerät von harman/kardon langsam aber sicher durchsetzen. Unabdingbar für den Erfolg dieser Geräte ist die Verbesserung von Sprachausgabe (https://deepmind.com/blog/wavenet-generative-model-raw-audio/ und https://www.youtube.com/watch?v=I3l4XLZ59iw) sowie ständige Steigerung der „Intelligenz“ der Assistenzsoftware, die solchen Geräten als Grundlage dient. Diese Assistenten sind auch auf dem Smartphone verfügbar, bei Googles eigenen Smartphones ähnlich wie Microsofts Cortana sogar ein Teil des Android-Betriebssystems.

Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen sind folglich wichtige Themen bei Google, aber die Auswirkung bzw. Nutzbarkeit bei der Suchmaschinenoptimierung ist noch spekulativ

Strukturierte Daten

Bisher waren strukturierte Daten eher „nice to have“. In der Branche gilt aber ab jetzt der Grundsatz: Strukturierte Daten nach schema.org (microdata oder idealerweise JSON-LD Format) sind zukünftig obligatorisch, quasi die Zukunft der organischen Suche. Vor dem Hintergrund der mobile first Strategie, AMP, Instant Articles, bildschirmlosen Suchgeräten, Smartwear und Kühlschränken mit Internetanschluss ist diese Entwicklung auch völlig logisch. Ein standardisiertes Datenformat, dass fehlerfrei ausgelesen werden kann, vereinfacht alles. „Content first“ könnte man auch sagen.

Fazit

SEO war bisher eine Disziplin im Onlinemarketing. In der SEO Abteilung arbeiten die SEO Manager und „machen SEO“. Doch die Disziplin wird zunehmend umfangreicher und komplexer. Ich erwarte, dass sich innerhalb der Suchmaschinenoptimierung Spezialbereiche samt Spezialisten herausbilden werden. Der SEO-Generalist wird sicher nicht aussterben, aber es wird SEOs geben, die mehr Content-orientiert arbeiten, daneben die technischen SEOs und vielleicht die Linkbuilder. In Zeiten, in denen Echtzeit-Logfile-Analyse bei großen Onlineshops Realität ist, wird es vielleicht nicht mehr so lange dauern, bis ein Analyse- und Daten-getriebenes SEO als weitere Expertise dazu kommt.

 

Matthias Anhalt
Matthias ist Senior Projektmanager bei seonative. Er steuert die SEO Projekte und berät Kunden bei neuen, komplexen Aufgabenstellungen. Als Marketing-BWLer und Digital Native seit 20 Jahren sind für ihn Onlinemarketing und SEO eine naheliegende Berufung. Matthias ist zertifiziert für Google Adwords und Google Analytics, mag Gantt-Diagramme, Pivot-Tabellen und Schokolade.

Alle Beiträge von

Leave a comment

Impressum & Datenschutz
Kontakt
AGB

seonative GmbH - Daimlerstraße 73 - 70372 Stuttgart
Telefon: 0711 90 11 57-0 // Fax: 0711 90 11 57-9 // E-Mail: infoseonative.de