How To: „Abruf wie durch Google“

Ein aktuelles Rankingproblem eines Kunden machte mich nach längerer Zeit wieder auf das Diagnosetool von Google aufmerksam. Mit der Funktion in den Webmaster Tools, welche unter dem Punkt „Crawling“ zu finden ist, kann man sich aufzeigen lassen, wie der Googlebot eine Seite sieht. Die Funktion „Abrufen“ gibt es schon länger, seit Mai 2014 können Seiten zusätzlich gerendert werden. Das bedeutet, man erhält ein Vorschaubild wie der Googlebot die Seite sieht und kann ggf. Unterschiede zur Sicht des Besuchers erkennen. Bei der Seite des Kunden gab es die Vermutung, dass Google nicht alle Inhalte der Seite lesen und verstehen konnte, da u.a. viel mit JavaScript gearbeitet wurde. Eine Prüfung mit „Abruf wie durch Google“ ergab folgendes Ergebnis:

2015-01-22 16_07_34-Webmaster-Tools - Abruf wie durch Google

Der Googlebot konnte nicht alle Ressourcen der Seite erreichen, dementsprechend war das Vorschaubild nur eine graue Seite. Weiter unten wird aufgelistet, welche Ressourcen aus welchen Gründen nicht abgerufen werden konnten. Und siehe da, zwei Skripte wurden von der robots.txt-Datei blockiert. Doch haben gesperrte CSS- oder JavaScript-Dateien wirklich negative Auswirkungen auf das Ranking? In einem Blogpost empfiehlt Google:

“Wir empfehlen euch daher, dafür zu sorgen, dass der Googlebot auf alle eingebetteten Ressourcen zugreifen kann, die für die sichtbaren Inhalte oder das Layout eurer Website wichtig sind. Zum einen erleichtert euch das die Verwendung von “Abruf wie durch Google”, zum anderen kann der Googlebot dann diese Inhalte finden und indexieren.”

Nach kurzem Anruf beim Kunden wurden die blockierenden Elemente aus der robots.txt-Datei entfernt. Danach war das Rendern ohne Fehler möglich. Eine Woche später hat sich das Ranking von Seite 6 auf Seite 2 wieder erholt.

Was kann man mit der Funktion „Abruf wie durch Google“ noch anstellen?

Zunächst kann man wählen, ob man die Startseite oder eine bestimmte Unterseite abrufen lässt. In der Woche stehen maximal 500 Abrufe zur Verfügung. Danach kann man den Googlebot-Typ auswählen. Hier gibt es folgende vier Browsertypen zur Auswahl:

Webmaster-Tools - Abruf wie durch Google

Danach kann die Seite abgerufen werden (schnelle Variante) oder abgerufen und gerendert werden (eingehende Prüfung). Unterhalb erscheinen die Crawling-Ergebnisse, welche beispielsweise so aussehen können:

2015-02-04 16_06_02-Webmaster-Tools - Abruf wie durch Google

Wenn die Prüfung erfolgreich war, ist der Status „Abgeschlossen“. Weitere Statuswerte:

  • Fehler: Ein Problem von Google (am besten erneut versuchen)
  • Teilweise (bei Rendern): Google konnte nicht alle Ressourcen der URL erreichen
  • Weitergeleitet: Der Server verwies Google während des Aufrufs an eine andere URL
  • Blockiert: Ihre robots.txt-Datei blockiert das Abrufen der URL durch Google

Indexierung bei Google anfordern

Eine weitere nette Funktion ist das Senden von URLs an den Google Index. Kürzlich abgerufene Seiten können durch die Schaltfläche „An den Index senden“ direkt an Google gesendet werden. Danach öffnet sich ein Popup mit zwei Möglichkeiten:

  1. „Nur diese URL crawlen“: Google crawlt erneut die Seite und schickt diese anschließend an den Index (500 Abrufe pro Woche)
  2. „Diese URL und ihre direkten Links crawlen“: Die angegebene URL und die direkt verlinkten Seiten werden erneut gecrawlt. (10 Anfragen pro Monat)

Dadurch können z.B. neu erstellte Seiten manuell und schnell an den Index gesendet werden.

Das Tool bietet zusammenfassend umfangreiche Möglichkeiten rund um das Thema „Crawling und Indexierung“ und kann nicht nur bei Rankingproblemen hilfreich sein. 😉

Seiten bereit für den mobile-first index machen

In einem neuen Blogpost veröffentlichte Google Tipps für Webmaster, wie sich diese auf den mobile-first Index vorbereiten können.

Das neue Ranking von Google wird nicht mehr auf der Desktop-Version basierend ermittelt, sondern auf Basis der mobilen Websites. Für Websites mit Responsive Design wird der neue Index weniger Auswirkungen haben (sofern auch auf Mobile-Geräten alle wichtigen Inhalte angezeigt werden).

Ein Blick in die Logdateien verrät, ob die eigene Seite bereits umgezogen wurde. Mehr Zugriffe des mobilen Googlebots sind hierfür ein eindeutiges Indiz. Grundsätzlich empfiehlt Google das Verwenden responsiver Seiten. Aber natürlich sind auch weiterhin separate, mobile Domains möglich, wobei man hier natürlich auf einige Faktoren mehr achten muss.

Längere Meta Descriptions möglich

Seit einiger Zeit fällt in der Google Suche auf, dass Google in den Suchergebnissen längere Snippet-Texte erlaubt. Bisher waren nur zwei Zeilen möglich (155 bis 160 Zeichen). Diese Regel wurde nun aktualisiert und in der Vorschau auf der Ergebnisseite von Google sind inzwischen drei, teilweise sogar vier Zeilen möglich. Laut den Tools von RankRanger wurden die Snippets im Schnitt von 160 auf 230 Zeichen verlängert. Laut Google können sie sogar bis 320 Zeichen lang sein.

Diese Änderungen bestätigte Google gegenüber Search Engine Land. Dadurch sollen den Nutzern der Suchmaschine aussagkräftigere Snippets zur Verfügung stehen, um so die Relevanz eines Suchergebnisses besser einschätzen zu können. Konkret stehen jetzt bis zu 320 Zeichen zur Verfügung.

Was Sie über das Google Freshness Update wissen müssen

2011 kündigte Google das Freshness Update an, das für Aufruhr unter den SEOs sorgte, da es Einfluss auf die Ergebnisse von 35 Prozent aller Suchanfragen (Achtung, nicht 35 Prozent aller Keywords) verändern sollte. Ziel war es, bei zeitbezogenen Suchanfragen primär aktuelle Ergebnisse zu liefern. Doch was verbirgt sich genau hinter dem Freshness Update?

Gründe für das Freshness Update

Das Internet vergisst nicht, weshalb täglich mehr Daten entstehen und gesammelt werden. In nur einem Jahr wurden mehr Daten produziert als in den vergangenen 5.000 Jahren. Wird der Online-Status einer Seite nicht geändert, bleibt der entsprechende Inhalt erreichbar und auffindbar. Viele dieser Inhalte verlieren mit der Zeit an Relevanz für den Suchenden. Der Algorithmus sollte nun besser erkennen, wann der User ein aktuelles Ergebnis sucht beziehungsweise braucht.

Selbstverständlich bedeutet dies nicht, dass Firmen und Unternehmen nun ständig ihre Website aktualisieren sollen. Nach wie vor gibt es Evergreen Content, der nicht an Relevanz einbüßt.

Bei wiederkehrenden Ereignissen, brandaktuellen Themen oder ständigen Neuerungen greift jedoch der Freshness Algorithmus und bestimmte Inhalte können (kurzzeitig) im Ranking aufsteigen. Interessant und auch ungewöhnlich an dem Algorithmus war, dass es mehr Seiten gab, die von dem Update profitierten, als Seiten die erheblich an Ranking verloren.

Kommentare auf der eigenen Website effektiver

Eine Interessante Einsicht lieferte kürzlich Gary Ilyes von Google: Kommentare und Reaktionen zum Content sind für Google wichtiger, wenn sie auf der eigenen Website stattfinden.

Viele Blogs und auch Newsseiten haben die Möglichkeit zu kommentieren entfernt und möchten lieber, dass Fans und Follower auf Facebook oder Twitter mit ihnen interagieren. Dieses Engagement entfernt vom ursprünglichen Content unterstützt dann nicht die eigene Seite.