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Right Said „Fred“? – Rätselraten um die letzten Google-Updates

Schon seit Mitte Februar kocht die Gerüchteküche rund um ein neues Update im Suchalgorithmus bei Google. Vor wenigen Tagen hat Google bestätigt, dass es ein größeres Update gab, das von Garry Illyes, einer der Webmaster Trends Analysts bei Google, den inoffiziellen (und eher scherzhaft gemeinten) Namen „Fred“ bekommen hat. Wie in letzter Zeit üblich, schweigt sich Google weitestgehend darüber aus, wie „Fred“ wirkt und welche Art von Webseiten betroffen sind. Dementsprechend groß sind die Diskussionen innerhalb und außerhalb der SEO-Szene. Lesen Sie hier eine Zusammenfassung der aktuellen Diskussion und erfahren Sie, ob Ihre Webseite auch betroffen sein könnte.

Updates in der Google Suche – ein Überblick

Die Namensvielfalt bei den Alogrithmus-Updates bei Google ist oft verwirrend. Auch wenn es für „alte SEO-Hasen“ nichts neues ist, hier erst einmal ein Überblick, wie die wichtigsten Updates der letzten Jahre heißen und auf was sie abzielen:

  • Panda-Update: Schon 2011 wurde das erste Panda-Update in den Ranking-Algorithmus von Google eingefügt. Ziel des Pandas ist es, Seiten mit qualitativ minderwertigen Inhalten weiter hinten in den Suchergebnissen anzuzeigen oder sie sogar komplett daraus zu verdrängen. Eine sehr gute und detaillierte Übersicht, wann Google Änderungen am „Panda“ vorgenommen hat und welche Auswirkungen diese hatten, hat der SEO-Tool-Anbieter SISTRIX in seinem Blog veröffentlicht.
  • Penguin-Update: Lange Zeit war es möglich, Webseiten durch den Aufbau vieler Links relativ schnell auf Top-Positionen in den Google-Suchergebnissen zu bringen. Spätestens seit 2012 Schluss damit. Das Penguin-Update zielt vor allem auf Seiten ab, die ein sogenanntes „unnatürliches Linkprofil“ aufweisen. Als unnatürlich gelten u.a. Links von Seiten, die thematisch nicht zum Thema der verlinkten Seite passen, also z.B. ein Link aus einem Garten-Blog auf eine Webseite eines Schlüsseldienstes. Auch Verlinkungen mit „harten“ Keywords wie „Kreditkarte“, „Versicherung“ etc. und eindeutig gekaufte Links mag Google nicht. Die Kollegen von SEO-Küche haben die Auswirkungen hier einfach und verständlich erklärt. Mittlerweile ist der Penguin Bestandteil des Hauptalgorithmus von Google.
  • Hummingbird-Update: Das Hummingbird-Update  von 2013 war wohl eine der größten und grundlegensten Algorithmus-Änderungen in der Unternehmensgeschichte von Google. Während Panda und Penguin nur auf einzelne Teile des Algorithmus Auswirkungen hatten, handelt es sich bei Hummingbird wohl um eine komplette Überarbeitung. Ziel des Updates ist es, auch längere Suchanfragen, wie sie zum Beispiel bei einer sprachbasierten Suche gemacht werden, besser zu verstehen und zu interpretieren. Wenn Sie mehr zum Hummingbird-Update wissen wollen, lesen sie einfach unseren Blog-Artikel dazu.

Neben diesen drei bekannteren Updates gibt es noch viele weitere Updates, die verschiedene Ranking-Faktoren beeinflussen. Deren Auswirkungen sind allerdings eher gering oder betreffen Gruppen von Webseiten, wie z.B. solche, die gegen Urheberrechte verstoßen, Überbrückungskredite bewerben oder Pornografie verbreiten. Außerdem sagt Google selbst, dass die Ingenieure quasi täglich minimale Änderungen am Algorithmus vornehmen, die kaum merkbare Auswirkungen haben.

Die Geburt von Fred – Was ist passiert?

Spätestens seit dem 8./9. März ist klar: Es ist etwas im Gange bei Google. In diversen Szene-Foren wunderten sich Webseitenbetreiber, dass eigne Seiten, plötzlich von (relativ) guten Positionen in den Suchergebnissen auf Plätze ganz weit hinten verbannt wurden. Auch SEO-„Wettervorhersage“-Tools wie seowetter.de, mozcast.com und algoroo.com zeigen sehr deutlich, dass es um dieses Datum herum massive Veränderungen in den Top-10-Suchergebnissen gegeben hat. Sofort ging natürlich das große Rätselraten los, was da passiert ist.

SEO-Wetter im März, Ausschläge durch "Fred" und andere Updates rot markiert

SEO-Wetter im März, Ausschläge durch „Fred“ und ander Updates rot markiert. (Quelle: seowetter.de)

Barry Schwartz, Autor bei Search Engine Roundtable fragte daraufhin am 09.03. 2017 per Twitter direkt bei Google (insbesondere bei John Müller und Garry Illyes) nach, ob es größere Algorithmus-Änderungen gab. Eine direkte Bestätigung gab es von beiden nicht. Müller meinte nur, dass täglich etwas passiere, Illyes antwortete launig, „Sicher, aber von jetzt an sollten alle Updates Fred genannt werden, außer Google gäbe anderes bekannt“. Und schon war „Fred“ geboren und die SEOs begrüßen das Kind mit fleißigen Analysen, auf was dieses Update abzielt.

Eigenständiges Qualitätsupdate oder doch „nur“ ein verschärfter Panda?

In ersten Analysen deuten sich vor allem zwei Faktoren an, auf die Fred Auswirkungen hat:

  1. Anzeigenlastige Seiten mit wenig Mehrwert für den Benutzer
  2. Seiten mit einem schlechten Linkprofil

Hans Kronenberg, Head of Marketing bei SISTRIX, vermutet auf internetworld.de sogar, dass es möglicherweise eine Mischung aus beiden Faktoren ist, da diese oft Hand in Hand gehen. Seiten, die ein kritisches Linkprofil aufweisen, hätten häufig auch sehr viel Werbung und ausgehende Affiliate-Links. Eine Analyse von 300 Seiten durch SISTRIX scheint dies zu bestätigen.

Auch Barry Schwartz stieß bei einer Analyse von rund 70 Seiten auf rund 95% Seiten, die regelrecht von Werbung und Affiliate-Links überflutet waren.

Haben auch Sie Bekanntschaft mit Fred gemacht?

Die Wahrscheinlichkeit, dass auch Sie mit Ihrer Webseite von Fred betroffen sind, ist relativ gering. Außer natürlich, eines der beiden oder gar beide oben genannten Kriterien treffen auf Ihre Webseite zu. Allerdings gab es neben dem rätselhaften Fred-Update noch weitere Änderungen im selben Zeitraum, die ebenfalls Auswirkungen auf das Ranking Ihrer Seite gehabt haben können. Gerne beraten wir Sie, wie Ihre Seite in den Rankings wieder nach vorne bekommen. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

Björn Schlieper
Seit 2009 im Online Marketing tätig und mit Erfahrungen in SEO und SEA unterstützt Björn Schlieper beide Teams bei der seonative GmbH. Die Mischung aus kreativem Arbeiten und analytischem Herangehen begeistert ihn besonders am Online Marketing. Wenn er nicht gerade Webseiten oder AdWords-Kampagnen optimiert, ist er begeisterter Schwimmer und Taucher, fotografiert gerne und beschäftigt sich mit analogen Dingen wie Büchern und Brettspielen wie Siedler von Catan.

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