Informationen zu Google Autocomplete

Google ist bekanntermaßen die meistgenutzte Suchmaschine der Welt – ca. 4 von 5 Suchanfragen auf der Erde gehen durch den Suchalgorithmus von Google (in Deutschland sogar 9 von 10), über eine Billiarde pro Jahr. Was in Google eingegeben wird, wird registriert und erfasst.

Diese Masse an Suchanfragen führt Google seit einigen Jahren mit den Funktionen Google Instant und Google Autocomplete (vorher als Google Suggest bekannt) einem produktiven Zweck zu: Wann immer man eine Anfrage startet, wird der Eintrag in Echtzeit vom Alghoritmus vervollständigt auf der Basis der Popularität bestimmter Suchanfragen (d.h. das Suchvolumen für bestimmte Begriffe), dem Standort des Nutzers, der Aktualität der Suchanfrage und der Google-Historie des individuellen Nutzers. Das lässt letztlich auch Aussagen über die Relevanz bestimmter Suchbegriffe zu. Was denken die Google-Nutzer (also fast alle Menschen mit Internetanschluss)? Was wollen sie erfahren? Was geben sie in die Suchmaske ein? Wenn man die Menge der Suchanfragen berücksichtigt, ist Google zumindest in dieser Hinsicht grundsätzlich ein guter Indikator für Fragen von allgemeinem Interesse, ob es sich nun um Trends oder dauerhaft Bedeutendes handelt.

Negativ konnotierte Suchanfragen

Hierzulande hat Google Autocomplete eine gewisse Berüchtigtkeit wegen problematischen Suchanfragen erlangt: Vor einigen Jahren ging Bettina Wulff gegen Google vor, um den Konzern zur Entfernung von Autocomplete-Vorschlägen zu bewegen, die die damalige Präsidentengattin in Verbindung mit dem ältesten Gewerbe der Welt brachten. Ähnlich gelagerte Fälle gab es auch in Frankreich, wo der Name einer Versicherung mit betrügerischen Praktiken verknüpft wurde, oder in Japan, wo der Name einer anonymen Einzelperson mit illegalen Aktivitäten einherging. Sogar eine Unterorganisation der UN richtete eine Beschwerde an Google, weil die Suchmuster der Nutzer weltweit dafür sorgten, dass frauenfeindliche Suchanfragen die Vorschläge für Suchanfragen Frauen betreffend dominierten.
Diese negativen Vorschläge sind aus mehreren Gründen nicht zu unterschätzen: Negative Optionen wecken eher das Interesse von Nutzern als neutrale oder positive, sie können das Bild des jeweiligen Subjekts der Suche schon im Vorfeld beeinflussen, ehe überhaupt auch nur eine Suchergebnisseite aufgerufen wurde, und schließlich können sie ein Bewusstsein für den Gegenstand des Vorschlags entwickeln, das vorher gar nicht vorhanden war (man danke an den erwähnten Fall Bettina Wulff). Im ungünstigsten Fall produzieren negative Suchanfragen entsprechende Autocomplete-Vorschläge, die dann wieder zu entsprechenden Suchanfragen führen und so den Teufelskreis fortführen – es sind schon Fälle bekannt worde, wo nach dem Entfernen eines negativen Vorschlags auch das Suchvolumen für diesen verschwand.

Grundsätzlich versucht Google, das Netz für Suggestionen allerdings etwas engmaschiger zu gestalten, damit zumindest die offensivsten und problematischsten Suchbegriffe nicht zu den Optionen werden.  Neben Vorschlägen gewalttätiger, hasserfüllter und nicht jugendfreier Natur werden auch solche zu Online-Piraterie entfernt sowie solche, zu denen Google rechtlich verpflichtet wurde.

Autocomplete produktiv nutzen

Nun die Frage: Wie kann man sich diese Funktion zunutze machen? Am attraktivsten wäre es natürlich, wenn der eigene Name schon nach wenigen Buchstaben als primärer Vorschlag angezeigt und auch nur mit den positivsten Adjektiven als Suggestionen ausgeliefert würde, aber das wäre wenn überhaupt nur mit umfassendster Manipulation möglich – und die ist, hier sei es nur der Vollständigkeit halber erwähnt, dunkelste Black Hat-SEO.

Bleibt also die Alternative: Wenn man die Autocomplete-Vorschläge nicht dem eigenen Content anpassen kann, passt man den eigenen Content den Vorschlägen an. Das bezieht sich jetzt nicht unbedingt auf die eigene Seite – wenn es sich bei den vorgeschlagenen Begriffen um Eintagsfliegen handelt, wäre es nicht sehr zielführend, diese zu übernehmen; wenn es sich dagegen um solche von dauerhaftem Interesse und mit großem Suchvolumen handelt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man diese bereits integriert hat (wobei es allerdings eine Überlegung wert wäre, Autocomplete als weiteres Standbein für die Früherkennung von Trends zu benutzen). Mit Adwords hat man allerdings die Möglichkeit, schnell und unkompliziert auf solche Suchanfragen-Spikes zu reagieren und von dem temporären Suchvolumen zu profitieren – und gleichzeitig weitere Kosten zu vermeiden, wenn der Trend wieder zurückgeht und mit ihm die Menge der Anfragen. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit: Was Google geblacklistet hat, macht sich schlecht als Keyword im Content (wenn das eigene Geschäftsmodell nicht gerade auf diesen basiert), aber dafür umso besser als ausschließendes Keyword in den Adwords-Kampagnen.

Aber unabhängig davon, welchen Mehrwert man genau aus Google Autocomplete zieht – es ist auf jeden Fall zu mehr Nutze als nur zur persönlichen Unterhaltung.

UPDATE 13.08.2015

Google hat am 10. August den unautorisierten Zugriff auf die Autocomplete-API abgeschaltet. Für den User hat das keine Auswirkung. Aber viele Tools, welche die Schnittstelle bisher für Ihre Zwecke genutzt haben, verlieren nun ihre Datenquelle. Scheinbar waren Google diese Tools ein Dorn im Auge. Anbieter und SEOs müssen sich mal wieder nach Alternativen umschauen.

Mobile Update beeinflusst Desktop Suchergebnisse

Mobile optimierte Websiten werden seit dem 21.4.2015 deutlich bei mobilen Suchanfragen bevorzugt. Über das Update wurde von Google schon relativ früh und ausführlich berichtet, auch gibt es bereits viele Artikel hierüber. Eine Bevorzugung mobile optimierter Seiten macht bei der mobilen Suchen natürlich auch Sinn. Allerdings wird immer betont, dass die Desktop Suche von diesem Update nicht betroffen sei.

Stimmt das wirklich oder bevorzugt Google auch bei der Desktop Suche mobile optimierte Seiten?

Verkehrt wäre es ja eigentlich nicht, wenn responsive Websiten generell bevorzugt würden. Auf diese Weise wäre die Bereitschaft mobile optimierte Websiten zu erstellen sicherlich höher und die mobile Suche würde deutlich verbessert werden. Ausserdem zeigt eine mobile optimierte Seite, dass die Usability und somit der Nutzer einen hohen Stellenwert hat.

Um der Frage auf den Grund zu gehen und unsere Neugier zu befriedigen, haben wir einmal 200 Websiten getestet. Die Ergebnisse sind aufgrund des geringen Umfangs somit nicht repräsentativ, aber dennoch interessant, deshalb möchten wir sie gerne weitergeben.

  • Es konnte eine Korrelation zwischen der Desktop und Mobile Sichtbarkeit bei 60 % der untersuchten Websiten festgestellt werden.
  • Von diesen 60%:
  • Bei 20% konnte nur eine Korrelation festgestellt werden aber keine Richtung.
  • Bei 40% konnte nicht nur eine Korrelation sondern auch eine eindeutige Richtung festgestellt werden. Ist die mobile Sichtbarkeit gestiegen bzw. gefallen ist zeitversetzt die Desktop Sichtbarkeit ebenfalls gestiegen bzw. gefallen.

 

Weitere Faktoren wie die Berücksichtigung von Domainalter und Websitegröße könnten eventuell zu weiteren Erkenntnissen führen.
SEO Tools wie Sistrix haben die Wichtigkeit erkannt und bieten auch die Möglichkeit die mobile und Desktop Sichtbarkeitskurven miteinander zu vergleichen.
Klickt man auf das Zahnrad recht oben in der Grafik, dann kann man sich die Smartphone Daten anzeigen lassen:

Smartphone Sichtbarkeitskurve

Sichtbarkeitskurve Smartphone

Sistrix Sichtbarkeitskurve

Vergleich Desktop (blau) und Mobile (rot) Sichtbarkeitskurve

Fazit: Selbst wenn diese Ergebnisse nicht repräsentativ auf die Allgemeinheit übertragbar sind, so ist es dennoch langfristig gesehen eine absolute Notwendigkeit eine Mobile-taugliche Website zu besitzen um konkurrenzfähig zu bleiben.

Einige Zahlen und Fakten zu Google Advertising

Google ist praktisch zum Synonym für Onlinesuche geworden – das gilt nirgendwo mehr als im deutschsprachigen Raum, wo die Dominanz des Platzhirsches unter den Suchmaschinen mit über 90% Anteil an den Suchanfragen noch ausgeprägter ist als anderswo. Aber Google ist nicht nur ein kostenloser Onlinedienst, um sich in den Weiten des world wide web zurechtzufinden, sondern auch ein Konzern, der diese Präsenz unter anderem dazu nutzt, die Werbeflächen innerhalb seiner Netzwerke zu verkaufen, ob es nun die Google Suche ist, das Displaynetzwerk, Videowerbung über Youtube oder andere.

 

  • Die Google Suchmaschine verarbeitete in den Jahren 2013 und 2014 jeweils über 2 Billionen Suchanfragen; über 80% aller Ergebnisseiten enthalten auch Adwords-Anzeigen, die 85% des Raums “above the fold” einnehmen.
  • Google besitzt neben der weltweit bedeutendsten Suchmaschine auch das größte Displaynetzwerk für Onlinewerbung mit seinen Diensten (bspw. Youtube, Gmail, Blogger). Das Google Displaynetzwerk umfasst über 2 Millionen Webseiten (unter anderem Domains wie nytimes.com und weather.com) und erreicht 90% aller Internetnutzer weltweit – eine Milliarde User, an die jeden Monat eine Billion Anzeigen ausgeliefert werden. Über den Dienst Adsense bietet Google Inhabern einer Internet-Präsenz (Websites, Blogs…) die Möglichkeit an, Teil dieses Displaynetzwerkes zu werden, um dort Platz auf der eigenen Seite als Werbefläche anzubieten.
  • Über die Hälfte des 2015 weltweit ausgegebenen Geldes für Suchmaschinenwerbung wird voraussichtlich an Google gehen – das sind über 95% der Einkünfte von Google. 2014 wurde von Google ein Umsatz von 66 Milliarden Dollar erzielt.
  • Die durchschnittliche Klickrate für die Anzeigen in der ersten Position ist über 7%; und Anzeigen mit dem höchsten Rang werden ca. zehnmal so häufig angeklickt wie Anzeigen auf den seitlichen Positionen. 40% aller hochwertigen Klicks gehen an die drei Anzeigen die auf den Positionen oberhalb der Suchergebnisse ausliefert werden.
  • Ca. 90% des Traffics, der über Suchmaschinenwerbung generiert wird, wird nicht durch Klicks über die organische Suche aufgefangen, wenn man die Werbung einstellt.
  • 2014 war das teuerste Keywords im deutschsprachigen Raum mit einem signifikanten Suchvolumen (1000+ Klicks pro Monat) “outplacement” (CPC 54,77€), gefolgt von “patenschaft” (CPC 34,60€).

 

Fazit: Das Google Werbenetzwerk sind nicht nur acht Anzeigen, die neben der Google Suche gezeigt werden – es ist ein Netzwerk, dass jeden Tag Milliarden Anzeigen ausspielt, über Suchergebnisseiten, Einblendungen auf besuchten Websites, Werbung, die auf Youtube den ausgewählten Videos vorgeschaltet wird etc.

Für die organische Suche gilt “wen Google nicht findet, der existiert nicht” (und von Google aus den SERPs verbannt zu werden, ist mitunter das Schlimmste, was der Außenwirkung eines Unternehmens passieren kann) – aber für die Werbung sieht es nicht unbedingt anders aus: Wer ein Geschäftsmodell hat, für das sich Adwords-Werbung anbietet, für den ist es im Grunde keine Option, auf diese zu verzichten. Denn ansonsten überlässt man damit nicht nur das Feld kampflos den Mitbewerbern, sondern verzichtet auch auf Kontakt zu Millionen von Nutzern mit potenziell großem Interesse an dem eigenen Produkt, die einen aber unter normalen Umständen gar nicht erst finden würden.

 

Quellen:

  • statista.de
  • mozcast.com
  • emarketer.com
  • wordstream.com
  • slideshare.net
  • onlinemarketingrockstars.de
  • wishpond.com
  • und Google höchstselbst

Einladung zum Google Event

2015-05-22 10_54_23-Partners Neukunden gewinnen mit Google

Am 2. Juni von 16:00 bis 18:00 Uhr laden wir Sie recht herzlich zu unserem Event “Kunden gewinnen mit Google” ein. Wir vermitteln Ihnen Know-how für die Einbindung von Google AdWords in Ihre Sales-Strategie mit freundlicher Unterstützung von Google. In unseren Räumen bieten wir den Rahmen für das zweistündige Google Connect Event, in dem sowohl Referenten von Google per Video referieren als auch natürlich unser eigenes Agentur-Team seinen Erfahrungsschatz mit Ihnen teilt.

Diese Agenda erwartet Sie

16:00 Uhr: „Generation Internet: Wie denkt der Konsument von heute?“

Jessica Schmeiss, Google Marketing Manager SMB
Das Internet und mobile Endgeräte sind heute unsere ständigen Begleiter und wir haben zu jederzeit Zugang zu Informationen. Welche Auswirkungen hat das auf das Verhalten der Kunden und welche Herausforderung ergeben sich dadurch für Unternehmen?

16:15 Uhr: „Mit Google erfolgreich Kunden gewinnen“

Isabelle Rücker, Google Digital Consultant
Welche Rolle spielt die Google-Suche im Kaufentscheidungsprozess und wie kann diese eingesetzt werden, um potenzielle Kunden zu gewinnen? Isabelle Rücker gibt Tipps, wie Google-Produkte Unternehmen bekannter machen können und stellt eine Erfolgsgeschichte eines Unternehmens vor.

16:40 Uhr: Erfolgsgeschichte eines Unternehmens, das effektiv mit Google wirbt

17:00 Uhr: Austausch und Vertiefung der Themen bei Snacks und Getränken

Besuchen Sie uns

Auch vor dem offiziellen Beginn heißen wir Sie bei uns bereits ab 15:00 Uhr willkommen. Die Teilnahme ist kostenlos und die Teilnehmeranzahl streng limitiert. Melden Sie sich bis zum 26. Mai unter folgendem Link an:

https://partnersconnect.withgoogle.com/event/seonative-gmbh

Wir freuen uns auf Sie!

“Umgestellte URLs” in Google Adwords ab Juli 2015

Schon vor einiger Zeit von Google eingeführt, werden sie bald für alle Adwords-Anwender obligatorisch werden: Die Upgraded URLs (Umgestellte URLs).

Der Mehrwert von Umgestellten URLs besteht insbesondere darin, dass sie elaboriertere Tracking-Methoden unterstützen: Die Landing Page-URL wird von den Tracking-URLs getrennt, sodass die Adwords-Anwender einfacher die URLs ändern können, ohne die Tracking-Parameter berücksichtigen zu müssen. Durch die Tracking-Vorlage und diese benutzerdefinierten Parameter können nun Tracking-Informationen für eine Gruppe von Keywords, Anzeigen oder Sitelinks zusammengeführt werden, dabei aber immer noch individuell gekennzeichnet werden.

url

 

Momentan hat man noch die Auswahl zwischen Umgestellten URLs und den bisherigen Ziel-URLs, mittelfristig werden letztere allerdings notfalls auch automatisch durch die neuen URLs ersetzt werden – es lohnt sich aber, möglichst frühzeitig mit der Anpassung zu beginnen, wenn man diesen Vorgang selber kontrollieren möchte. Wenn man aus der Umstellung besonderen Nutzen zieht, ist man also besser beraten, das Konto in dieser Hinsicht möglichst bald umfassend zu optimieren.

Mehr zur Umstellung und wie man sie durchführt kann man hier erfahren.