Google veröffentlicht „TensorFlow“ Technologie als Opensource Software

Künstliche Intelligenz-Wochen bei Google: Nachdem Greg Corrado Ende Oktober in einem Bloomberg Interview über ein neues System namens „RankBrain“ berichtet hat, veröffentlicht Google jetzt „TensorFlow“ als OpenSource Software:

https://googleblog.blogspot.de/2015/11/tensorflow-smarter-machine-learning-for.html

tensorflow logo

Was ist TensorFlow?

TensorFlow ist ein System für maschinelles Lernen. Google selbst nutzt es für Anwendungen, wie die Spracherkennung von Google Now, die Schrifterkennung in Google Translate und die Suche nach Gesichtern und Dingen in Google Fotos. Es besteht also keinerlei Zusammenhang zwischen TensorFlow und Rankbrain, außer das beides Systeme für maschinelles Lernen sind.
Mit TensorFlow erstellt man ein lernendes, neuronales Netzwerk. Das System ist vielseitig skalierbar – vom kleinen Smartphone bis zum Rechenzentrum mit tausenden von Servern.

Was kann man mit TensorFlow machen?

Alles. Oder zumindest vieles. Sundar Pichai, CEO von Google, ist laut eigener Aussage selber gespannt, welche Anwendungen zukünftig dafür gefunden werden:

We hope this will let the machine learning community—everyone from academic researchers, to engineers, to hobbyists—exchange ideas much more quickly, through working code rather than just research papers. And that, in turn, will accelerate research on machine learning, in the end making technology work better for everyone. Bonus: TensorFlow is for more than just machine learning. It may be useful wherever researchers are trying to make sense of very complex data—everything from protein folding to crunching astronomy data.

Grundsätzlich haben Entwickler jetzt die Möglichkeit, diese Technologie für ihre Zwecke zu nutzen. Sei es in Apps für Mobilgeräte oder Webanwendungen. Vielleicht werden zukünftig die Suchfunktionen von CM- oder ERP-Systemen davon profitieren. Interesse könnten auch Anbieter von Stockfotos haben, deren Kataloge mehrere Millionen Bilder umfassen, die nicht alle ausreichend getaggt sind. Oder oder oder … es wird interessant, da bin ich mir sicher.

SEO-DAY 2015 in Köln – Recap

SEO-Day 2015Der SEO-DAY 2015 in Köln dauerte einen ganzen, randvoll gepackten Tag. Es gab immer 4 Vorträge parallel (insgesamt über 40), die meisten 30 Minuten kurz, einige dauerten eine Stunde am Stück. Von den 4 Vorträgen war immer einer für SEO Einsteiger, zwei für Fortgeschrittene und einer richtete sich an Entwickler. Letztere wurde daher passend SEO Code Day genannt. Und der wurde seinem Namen gerecht: Wer sich primär für SEO, Ranking und Onlinemarketing im Allgemeinen interessiert, der könnte von den SEO Code Day Vorträgen etwas überfordert gewesen sein. Für Nicht-Techniker waren die Vorträge vielleicht zu abstrakt und auch im Alltag nicht anwendbar. Für mich und viele andere, die teilweise sogar auf dem Boden sitzen mussten, war es jedoch ganz großes Kino.
Den SEO-DAY habe ich mit meinen zwei Kollegen Patrick und Isabel besucht. Der Recap beinhaltet auch deren Eindrücke.

Zuvor waren wir auf dem Expert-Day. Expert-Day ist wie SEO-DAY, allerdings inhaltlich auf einem wesentlich höherem Level und vor allem: Geheim. Die Location ist geheim, die Speaker sind geheim, die Vortragsinhalte sind geheim, die Zutaten der Nudelsauce sind geheim. Wer gegen die Geheimhaltung verstößt, wird ausgestoßen.  Ob sich das lohnt, den Expert Day zu besuchen? Auch geheim. 😉

Die Tickets für den Expert-Day 2015 waren übrigens nach 7 Minuten ausverkauft. Alles zum SEO-Day und wie man an Tickets gelangt findet man hier: www.seo-day.de

Unsere persönlichen Highlights, Learnings und Anekdoten vom SEO Day 2015

Es ist schlecht, wenn man sich als Taxifahrer aus seinem eigenem Taxi ausschließt, welches dann auch noch die Straßenbahn an der Weiterfahrt hindert. Mehr dazu auf Twitter. #seoday

Marcus Tober, „Mobile Ranking Faktoren 2015“:

  • Mobile Websites brauchen eine andere Navigationsstruktur als die Desktopwebsite (Buttons, interne Verlinkung).
  • Die Texte müssen idealerweise auch auf die Situation der mobilen User angepasst sein: Aufzählungszeichen, Überschriften, Absätze.
  • Nutzer will in Sekunden Inhalte erfassen. Schnell und klar die Infos aufbereiten! Geringere Aufmerksamkeitsspanne der mobilen User.
  • Mobile Version immer checken, wird oft vergessen. Auf allen Endgeräten testen, wie es aussieht.
  • Vorteil: Content füllt gesamten Screen aus, daher volle Aufmerksamkeit des Nutzers.
  • Durchschnittliche Anzahl Backlinks nur 1/3 Anzahl der Backlinks vom PC, Google checkt Seite nur über Content und Struktur. Backlinks auf mobile Websites haben weniger Bedeutung.
  • Keywords im Title haben weniger Bedeutung als am Desktop.
  • Völlig unterschiedliche Suchvolumen auf Mobilgeräten und Desktop.

Niels Dahnke, „SEO-Vertriebsstrategien für den Mittelstand“:

  • Sehr schwer zu glauben, aber nie vergessen: Der überwiegende Teil der potentiellen Kunden hat keinerlei Vorkenntnisse zu SEO und kennt oft nicht einmal den Unterschied zwischen einer AdWords Anzeige und den organischen Suchergebnissen.
  • Viele Kunden sind vorbelastet durch unseriöse Kalt-Akquise-Anrufe von SEO-Agenturen, die Top-Rankings versprechen und Geld-zurück-Garantien geben. Schlechte Erfahrungen mit schwarzen Schafen prägen Vorurteile gegen SEO-Dienstleister.

Hendrik Unger, „Welchen Einfluss haben Social Signals auf Website Rankings in Suchmaschinen“:

  • Keine.
  • Anmerkung: Das wird auch noch sehr lange so bleiben, da Social Signals sehr einfach und im großen Stil zu fälschen sind, und es den großen Social Networks wie zum Beispiel Facebook zunehmend schwerer fällt, die Millionen Fake Accounts algorithmisch zu erkennen. Wichtige Informationen dazu hier und hier.
  • Könnte aber indirekte Auswirkungen durch User Signals wie Verweildauer etc. haben.

Matthias Hotz, „Enterprise SEO – Suchmaschinen in großen Organisationen“:

  • In einem Konzern mit einem Inhouse-SEO-Team, einer Marketingabteilung, selbständigen Produktmanagern, einem der SEO unkundigen CEO und einer externen SEO Agentur ist der Head of SEO idealerweise vom diplomatischem Dienst.
  • Abteilungen, die nicht miteinander arbeiten (weil individuelle Zielvorgaben) arbeiten sehr schnell gegeneinander.
  • Es ist nicht gut, wenn eine .htaccess Datei 4000 Zeilen lang ist.
  • Notlösung: Auf der Homepage neben den Seiten vom Marketing (mit „SEO-Textbox“) ein eigenes Verzeichnis für die „SEO-Seiten“. Und die Produktmanager dürfen keine Produktseiten mehr löschen, ohne vorher die SEO Manager zu informieren.
  • Learning: Wenn es mit der Homepage zu tun hat, sollte ihre Inhouse SEO Abteilung die höchste Entscheidungsgewalt haben. Wenn ihre Onlinemarketingabteilung keine Ahnung von SEO hat, sollten Sie das umgehend ändern.

Maik Metzen, „SEO im E-Commerce – Eine Case Study vom Zigarrenshop Noblego“:

  • Alle sagten „Das geht nicht“, und dann kam eine SEO-Agentur, die hat das nicht gewußt und hat es einfach gemacht.
  • Für jedes einzelne Produkt einzigartige, ausführliche und brauchbare Texte.
  • Zusätzlich Contentmarketing: Wertvolle Inhalte abseits von den Produkttexten. Wer einmal im Contentmarketing führend ist, an dem kommen die Wettbewerber quasi nicht mehr vorbei.
  • Auf die Daten vom Google Keywordplaner kann man sich verlassen.
  • Die Box mit den Bilder-Suchergebnissen und die Locale Box verschlechtern die CTR.

Siwen Zhang, „International SEO“:

Michael Janssen, „Dem Googlebot auf der Spur – Extreme High Performance Logfile-Analyse für das kleine Budget“:

  • In der Google Search Console (alten Hasen auch unter „Google Webmaster Tools“ bekannt) gibt es unter Crawling » Crawling-Statistiken den Abschnitt „Pro Tag gecrawlte Seiten“. Das ist irreführend. Es handelt sich um Requests, nicht Seiten im Sinne von einzigartigen URLs. Eine Seite mit 100 Bildern sind dann also mindestens 101 Requests. Wichtig zu wissen für die Analyse von Serverlogs.
  • Wenn Sie die „Time to first byte“ mit Tools wie gtmetrix oder webpagetest checken, installieren Sie sich doch einfach für den Apache2 das Modul mod_log_firstbyte: https://code.google.com/p/mod-log-firstbyte/
  • Die Logfiles analysieren Sie am Besten mit ELK: Elastic Search, Logstash und Kibana. https://www.elastic.co/downloads
  • Kibana bietet keine Nutzerverwaltung.
  • Manche SEO Tools geben sich im Useragent als Googlebot aus. Das muss man herausfiltern. Mehr dazu hier: http://www.zedwoo.de/googlebot-zugriffe-zu-fuss-auswerten/

Johannes Beus, „Search Console – Was zeigen uns Googles Rankingdaten“:

  • 99,1% der Klicks auf 1. Seite Google
  • 60% davon Position 1
  • 15% davon auf Position 2, danach wird es richtig wenig
  • Mobile völlig anders: Hier wird eher auf Position 3-4 geklickt (hat vermutlich mit der Position des Daumens zu tun)
  • Daten für Erhebung: 125 Mio. Klicks

Kaspar Szymanski, „Penalty Recovery – Tipps von einem Ex-Google-Mitarbeiter“:

  • Internetauftritte mit wenig Seiten (nur ein paar hundert) sind zu klein für Panda.
  • Das Disavow File muss man selber ständig pflegen.
  • Die Beispiel-Links von Google täglich von der Search Console herunterladen
  • Es gibt keine guten Directories und Presseportale.

Jakob Holterhöfer, „Developing for Pagespeed“:

Christian Solmecke, „SEO & Recht: Die größten Abmahngefahren für Suchmaschinenoptimierer“:

  • Bei diesem Vortrag ging es fast ausschließlich um Facebook. Es dauert 7 Stunden und 30 Minuten, um die Facebook Nutzungsbedigungen (inkl. Datenschutz) durchzulesen. Deswegen lesen die vermutlich nur Anwälte.
  • In den Nutzungsbedingungen steht zum Beispiel, dass man Facebook weltweit das Recht zur Nutzung hochgeladener Bilder einräumt. Das gilt für alle Inhalte, auch für das Firmenlogo.
  • Facebook gibt einem keine Garantien und kann jederzeit eine mit viel Arbeit und Geld aufgebaute Seite inklusive Fanbase vernichten. Die Stadt München hat das mal erlebt, das kommt also vor.
  • Der Impressumslink bei Facebook-Seiten verhält sich inkonsistent und ist daher oft abmahnfähig, weil er nicht mit zwei Klicks erreichbar ist.
  • „Safe Harbor Abkommen“ wurde vom Europäischen Gerichtshof für ungültig erklärt. Dadurch gibt es momentan keinen gesetztlichen Standard für Datenübermittlung in Nicht-EU Länder.  Das Recht auf Privatsphäre gilt aber weiterhin. Nach Ansicht von Christian Solmecke sind momentan alle Transfers von personenbezogener Daten in die USA illegal. Könnte zu einer neuen, großen Abmahnwelle führen gegen Unternehmen, die Google Analytics und ähnliches verwenden.

René Dhemant, „Website Relaunch – eine unendliche SEO Geschichte“:

  • Klassiker: Nach Relaunch sinken Sichtbarkeit und Traffic.
  • Häufigster Fehler: Fehlende oder falsche 301 Weiterleitungen.
  • Daher vorher (Google Analytics, wichtigste Seiten) und nachher (Google Search Console: Crawling Fehler „404“, „Soft 404“) um die URLs und 301 Weiterleitungen kümmern.
  • Klare Ziele setzen und nicht vor Zielerreichung online gehen. Notfalls Relaunch verschieben, als unfertige Version online stellen. Google braucht einige Zeit, bis verlorene Rankings wiederkommen.
  • Relaunch zum Ausmisten nutzen: Nicht relevante Inhalte löschen.

Diverse Speaker, Superpanel, Flurfunk und Pausengespräche:

  • Kein Canonical-Tag bei paginierten Seiten, die nur Produktauflistungen enthalten.
  • Bei Produkten immer eigene Produkttexte, nicht die Inhalte vom Hersteller verwenden.
  • Einzigartige Inhalte sind wirklich wichtig.
  • Den ganzen Shop mittels HTTPS auszuliefern ist sinnvoll, da Verschlüsselung ein Rankingfaktor ist.
  • Produktauflistungen sind inhaltlich meist wertlos, daher lieber auf Noindex setzen und somit die Produktdetailseiten im Ranking fördern.
    • Anmerkung: Das kommt drauf an.

Fazit SEO-DAY 2015

Der Besuch des SEO-DAY lohnt sich. Die Vorträge sind überwiegend von hoher inhaltlicher Qulität, die Location und das Catering und das Drumherum ist sehr stimmig. Unter den SEO-Konferenzen im deutschsprachigen Raum ist der SEO-DAY wahrscheinlich die mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Welches Fazit kann man ziehen, wenn man einen Tag mit 50% der deutschen SEOs an einem Ort verbracht hat?

Einige. Zuerst die Erkenntnis, dass die Branche sich immer weiter professionalisiert, und die „Schnell-und-hektisch-für-150-Euro-im-Monat-auf-Platz-1“ SEO-Anbieter immer weniger werden. Googles vor über 3 Jahren gestartete Qualitätsoffensive ist fast überall in den Köpfen angekommen. Unseriöse SEOs sind vom Aussterben bedroht. Das ist gut für die Kunden und bestätigt uns und viele andere, die schon seit Jahren predigen, dass SEO strategisch und nachhaltig sein muss. In unserer alltäglichen Arbeit transformiert sich die Suchmaschinenoptimierung weg von einer reinen technischen Dienstleistung hin zur Unternehmesberatung in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten auf der Kundenseite. Dieser Eindruck hat sich im Austausch mit Gleichgesinnten aus ganz Deutschland bestätigt.

Content is King. (Bill Gates, 1996)

Abgedroschen und nervig. Aber wenn man nur eins vom SEO-DAY mitgenommen hat, dann das diese Aussage absolut wahr ist. Mit technischer Onpage- und Offpageoptimierung alleine kommt man nicht mehr auf die erste Seite. Relevante, einmalige und hervorragende Online-Inhalte sind für die Zielerreichung unabdingbar. Auch das deckt sich mit unseren Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag.

Die Branche wird technisch brillanter. Was wir auf dem SEO Code Day und am Vortag auf dem Expert-Day gesehen und gehört haben, ist beeindruckend und zeigt ebenfalls, dass SEO kein Nischenthema mehr ist, sondern hier werden in Zukunft sehr große Räder gedreht werden. SEO ist nicht tot, das wird jetzt erst richtig lebendig.

Lebendig bedeutet auch: Ständige Weiterbildung. Auf große Teile meines BWL-Studiums kann ich mich noch ziemlich lange verlassen. Wer hingegen nur ein Jahr lang im SEO nichts dazu gelernt hat (keine Konferenzen besucht, kein Autodidakt ist), der ist auf einem richtig veraltetem Wissensstand. Die Geschwindigkeit im SEO ist hoch, und lebenslanges Lernen ist hier keine Theorie, sondern Alltag.

Die Verbesserung des Image der gesamten SEO Branche und die zunehmend notwendige Spezialisierung im Onlinemarketing führt auch dazu, dass SEO als Berufsweg attraktiver wird. Das wiederum führt hoffentlich zu einem größerem Angebot an Arbeitskräften, zu einer steigenden Nachfrage nach hochwertiger Ausbildung – und damit zu einer weiteren Professionalisierung der Branche.

Aus alt mach neu

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seit dieser Woche erstrahlt unsere Website in neuem Glanz: mit frischem Design, einer neuen, klaren, benutzerfreundlichen Navigation und noch besseren Inhalten haben wir unseren Internetauftritt für Sie überarbeitet.

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