Google veröffentlicht „TensorFlow“ Technologie als Opensource Software

Künstliche Intelligenz-Wochen bei Google: Nachdem Greg Corrado Ende Oktober in einem Bloomberg Interview über ein neues System namens „RankBrain“ berichtet hat, veröffentlicht Google jetzt „TensorFlow“ als OpenSource Software:

https://googleblog.blogspot.de/2015/11/tensorflow-smarter-machine-learning-for.html

tensorflow logo

Was ist TensorFlow?

TensorFlow ist ein System für maschinelles Lernen. Google selbst nutzt es für Anwendungen, wie die Spracherkennung von Google Now, die Schrifterkennung in Google Translate und die Suche nach Gesichtern und Dingen in Google Fotos. Es besteht also keinerlei Zusammenhang zwischen TensorFlow und Rankbrain, außer das beides Systeme für maschinelles Lernen sind.
Mit TensorFlow erstellt man ein lernendes, neuronales Netzwerk. Das System ist vielseitig skalierbar – vom kleinen Smartphone bis zum Rechenzentrum mit tausenden von Servern.

Was kann man mit TensorFlow machen?

Alles. Oder zumindest vieles. Sundar Pichai, CEO von Google, ist laut eigener Aussage selber gespannt, welche Anwendungen zukünftig dafür gefunden werden:

We hope this will let the machine learning community—everyone from academic researchers, to engineers, to hobbyists—exchange ideas much more quickly, through working code rather than just research papers. And that, in turn, will accelerate research on machine learning, in the end making technology work better for everyone. Bonus: TensorFlow is for more than just machine learning. It may be useful wherever researchers are trying to make sense of very complex data—everything from protein folding to crunching astronomy data.

Grundsätzlich haben Entwickler jetzt die Möglichkeit, diese Technologie für ihre Zwecke zu nutzen. Sei es in Apps für Mobilgeräte oder Webanwendungen. Vielleicht werden zukünftig die Suchfunktionen von CM- oder ERP-Systemen davon profitieren. Interesse könnten auch Anbieter von Stockfotos haben, deren Kataloge mehrere Millionen Bilder umfassen, die nicht alle ausreichend getaggt sind. Oder oder oder … es wird interessant, da bin ich mir sicher.

SEO-DAY 2015 in Köln – Recap

SEO-Day 2015Der SEO-DAY 2015 in Köln dauerte einen ganzen, randvoll gepackten Tag. Es gab immer 4 Vorträge parallel (insgesamt über 40), die meisten 30 Minuten kurz, einige dauerten eine Stunde am Stück. Von den 4 Vorträgen war immer einer für SEO Einsteiger, zwei für Fortgeschrittene und einer richtete sich an Entwickler. Letztere wurde daher passend SEO Code Day genannt. Und der wurde seinem Namen gerecht: Wer sich primär für SEO, Ranking und Onlinemarketing im Allgemeinen interessiert, der könnte von den SEO Code Day Vorträgen etwas überfordert gewesen sein. Für Nicht-Techniker waren die Vorträge vielleicht zu abstrakt und auch im Alltag nicht anwendbar. Für mich und viele andere, die teilweise sogar auf dem Boden sitzen mussten, war es jedoch ganz großes Kino.
Den SEO-DAY habe ich mit meinen zwei Kollegen Patrick und Isabel besucht. Der Recap beinhaltet auch deren Eindrücke.

Zuvor waren wir auf dem Expert-Day. Expert-Day ist wie SEO-DAY, allerdings inhaltlich auf einem wesentlich höherem Level und vor allem: Geheim. Die Location ist geheim, die Speaker sind geheim, die Vortragsinhalte sind geheim, die Zutaten der Nudelsauce sind geheim. Wer gegen die Geheimhaltung verstößt, wird ausgestoßen.  Ob sich das lohnt, den Expert Day zu besuchen? Auch geheim. 😉

Die Tickets für den Expert-Day 2015 waren übrigens nach 7 Minuten ausverkauft. Alles zum SEO-Day und wie man an Tickets gelangt findet man hier: www.seo-day.de

Unsere persönlichen Highlights, Learnings und Anekdoten vom SEO Day 2015

Es ist schlecht, wenn man sich als Taxifahrer aus seinem eigenem Taxi ausschließt, welches dann auch noch die Straßenbahn an der Weiterfahrt hindert. Mehr dazu auf Twitter. #seoday

Marcus Tober, „Mobile Ranking Faktoren 2015“:

  • Mobile Websites brauchen eine andere Navigationsstruktur als die Desktopwebsite (Buttons, interne Verlinkung).
  • Die Texte müssen idealerweise auch auf die Situation der mobilen User angepasst sein: Aufzählungszeichen, Überschriften, Absätze.
  • Nutzer will in Sekunden Inhalte erfassen. Schnell und klar die Infos aufbereiten! Geringere Aufmerksamkeitsspanne der mobilen User.
  • Mobile Version immer checken, wird oft vergessen. Auf allen Endgeräten testen, wie es aussieht.
  • Vorteil: Content füllt gesamten Screen aus, daher volle Aufmerksamkeit des Nutzers.
  • Durchschnittliche Anzahl Backlinks nur 1/3 Anzahl der Backlinks vom PC, Google checkt Seite nur über Content und Struktur. Backlinks auf mobile Websites haben weniger Bedeutung.
  • Keywords im Title haben weniger Bedeutung als am Desktop.
  • Völlig unterschiedliche Suchvolumen auf Mobilgeräten und Desktop.

Niels Dahnke, „SEO-Vertriebsstrategien für den Mittelstand“:

  • Sehr schwer zu glauben, aber nie vergessen: Der überwiegende Teil der potentiellen Kunden hat keinerlei Vorkenntnisse zu SEO und kennt oft nicht einmal den Unterschied zwischen einer AdWords Anzeige und den organischen Suchergebnissen.
  • Viele Kunden sind vorbelastet durch unseriöse Kalt-Akquise-Anrufe von SEO-Agenturen, die Top-Rankings versprechen und Geld-zurück-Garantien geben. Schlechte Erfahrungen mit schwarzen Schafen prägen Vorurteile gegen SEO-Dienstleister.

Hendrik Unger, „Welchen Einfluss haben Social Signals auf Website Rankings in Suchmaschinen“:

  • Keine.
  • Anmerkung: Das wird auch noch sehr lange so bleiben, da Social Signals sehr einfach und im großen Stil zu fälschen sind, und es den großen Social Networks wie zum Beispiel Facebook zunehmend schwerer fällt, die Millionen Fake Accounts algorithmisch zu erkennen. Wichtige Informationen dazu hier und hier.
  • Könnte aber indirekte Auswirkungen durch User Signals wie Verweildauer etc. haben.

Matthias Hotz, „Enterprise SEO – Suchmaschinen in großen Organisationen“:

  • In einem Konzern mit einem Inhouse-SEO-Team, einer Marketingabteilung, selbständigen Produktmanagern, einem der SEO unkundigen CEO und einer externen SEO Agentur ist der Head of SEO idealerweise vom diplomatischem Dienst.
  • Abteilungen, die nicht miteinander arbeiten (weil individuelle Zielvorgaben) arbeiten sehr schnell gegeneinander.
  • Es ist nicht gut, wenn eine .htaccess Datei 4000 Zeilen lang ist.
  • Notlösung: Auf der Homepage neben den Seiten vom Marketing (mit „SEO-Textbox“) ein eigenes Verzeichnis für die „SEO-Seiten“. Und die Produktmanager dürfen keine Produktseiten mehr löschen, ohne vorher die SEO Manager zu informieren.
  • Learning: Wenn es mit der Homepage zu tun hat, sollte ihre Inhouse SEO Abteilung die höchste Entscheidungsgewalt haben. Wenn ihre Onlinemarketingabteilung keine Ahnung von SEO hat, sollten Sie das umgehend ändern.

Maik Metzen, „SEO im E-Commerce – Eine Case Study vom Zigarrenshop Noblego“:

  • Alle sagten „Das geht nicht“, und dann kam eine SEO-Agentur, die hat das nicht gewußt und hat es einfach gemacht.
  • Für jedes einzelne Produkt einzigartige, ausführliche und brauchbare Texte.
  • Zusätzlich Contentmarketing: Wertvolle Inhalte abseits von den Produkttexten. Wer einmal im Contentmarketing führend ist, an dem kommen die Wettbewerber quasi nicht mehr vorbei.
  • Auf die Daten vom Google Keywordplaner kann man sich verlassen.
  • Die Box mit den Bilder-Suchergebnissen und die Locale Box verschlechtern die CTR.

Siwen Zhang, „International SEO“:

Michael Janssen, „Dem Googlebot auf der Spur – Extreme High Performance Logfile-Analyse für das kleine Budget“:

  • In der Google Search Console (alten Hasen auch unter „Google Webmaster Tools“ bekannt) gibt es unter Crawling » Crawling-Statistiken den Abschnitt „Pro Tag gecrawlte Seiten“. Das ist irreführend. Es handelt sich um Requests, nicht Seiten im Sinne von einzigartigen URLs. Eine Seite mit 100 Bildern sind dann also mindestens 101 Requests. Wichtig zu wissen für die Analyse von Serverlogs.
  • Wenn Sie die „Time to first byte“ mit Tools wie gtmetrix oder webpagetest checken, installieren Sie sich doch einfach für den Apache2 das Modul mod_log_firstbyte: https://code.google.com/p/mod-log-firstbyte/
  • Die Logfiles analysieren Sie am Besten mit ELK: Elastic Search, Logstash und Kibana. https://www.elastic.co/downloads
  • Kibana bietet keine Nutzerverwaltung.
  • Manche SEO Tools geben sich im Useragent als Googlebot aus. Das muss man herausfiltern. Mehr dazu hier: http://www.zedwoo.de/googlebot-zugriffe-zu-fuss-auswerten/

Johannes Beus, „Search Console – Was zeigen uns Googles Rankingdaten“:

  • 99,1% der Klicks auf 1. Seite Google
  • 60% davon Position 1
  • 15% davon auf Position 2, danach wird es richtig wenig
  • Mobile völlig anders: Hier wird eher auf Position 3-4 geklickt (hat vermutlich mit der Position des Daumens zu tun)
  • Daten für Erhebung: 125 Mio. Klicks

Kaspar Szymanski, „Penalty Recovery – Tipps von einem Ex-Google-Mitarbeiter“:

  • Internetauftritte mit wenig Seiten (nur ein paar hundert) sind zu klein für Panda.
  • Das Disavow File muss man selber ständig pflegen.
  • Die Beispiel-Links von Google täglich von der Search Console herunterladen
  • Es gibt keine guten Directories und Presseportale.

Jakob Holterhöfer, „Developing for Pagespeed“:

Christian Solmecke, „SEO & Recht: Die größten Abmahngefahren für Suchmaschinenoptimierer“:

  • Bei diesem Vortrag ging es fast ausschließlich um Facebook. Es dauert 7 Stunden und 30 Minuten, um die Facebook Nutzungsbedigungen (inkl. Datenschutz) durchzulesen. Deswegen lesen die vermutlich nur Anwälte.
  • In den Nutzungsbedingungen steht zum Beispiel, dass man Facebook weltweit das Recht zur Nutzung hochgeladener Bilder einräumt. Das gilt für alle Inhalte, auch für das Firmenlogo.
  • Facebook gibt einem keine Garantien und kann jederzeit eine mit viel Arbeit und Geld aufgebaute Seite inklusive Fanbase vernichten. Die Stadt München hat das mal erlebt, das kommt also vor.
  • Der Impressumslink bei Facebook-Seiten verhält sich inkonsistent und ist daher oft abmahnfähig, weil er nicht mit zwei Klicks erreichbar ist.
  • „Safe Harbor Abkommen“ wurde vom Europäischen Gerichtshof für ungültig erklärt. Dadurch gibt es momentan keinen gesetztlichen Standard für Datenübermittlung in Nicht-EU Länder.  Das Recht auf Privatsphäre gilt aber weiterhin. Nach Ansicht von Christian Solmecke sind momentan alle Transfers von personenbezogener Daten in die USA illegal. Könnte zu einer neuen, großen Abmahnwelle führen gegen Unternehmen, die Google Analytics und ähnliches verwenden.

René Dhemant, „Website Relaunch – eine unendliche SEO Geschichte“:

  • Klassiker: Nach Relaunch sinken Sichtbarkeit und Traffic.
  • Häufigster Fehler: Fehlende oder falsche 301 Weiterleitungen.
  • Daher vorher (Google Analytics, wichtigste Seiten) und nachher (Google Search Console: Crawling Fehler „404“, „Soft 404“) um die URLs und 301 Weiterleitungen kümmern.
  • Klare Ziele setzen und nicht vor Zielerreichung online gehen. Notfalls Relaunch verschieben, als unfertige Version online stellen. Google braucht einige Zeit, bis verlorene Rankings wiederkommen.
  • Relaunch zum Ausmisten nutzen: Nicht relevante Inhalte löschen.

Diverse Speaker, Superpanel, Flurfunk und Pausengespräche:

  • Kein Canonical-Tag bei paginierten Seiten, die nur Produktauflistungen enthalten.
  • Bei Produkten immer eigene Produkttexte, nicht die Inhalte vom Hersteller verwenden.
  • Einzigartige Inhalte sind wirklich wichtig.
  • Den ganzen Shop mittels HTTPS auszuliefern ist sinnvoll, da Verschlüsselung ein Rankingfaktor ist.
  • Produktauflistungen sind inhaltlich meist wertlos, daher lieber auf Noindex setzen und somit die Produktdetailseiten im Ranking fördern.
    • Anmerkung: Das kommt drauf an.

Fazit SEO-DAY 2015

Der Besuch des SEO-DAY lohnt sich. Die Vorträge sind überwiegend von hoher inhaltlicher Qulität, die Location und das Catering und das Drumherum ist sehr stimmig. Unter den SEO-Konferenzen im deutschsprachigen Raum ist der SEO-DAY wahrscheinlich die mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Welches Fazit kann man ziehen, wenn man einen Tag mit 50% der deutschen SEOs an einem Ort verbracht hat?

Einige. Zuerst die Erkenntnis, dass die Branche sich immer weiter professionalisiert, und die „Schnell-und-hektisch-für-150-Euro-im-Monat-auf-Platz-1“ SEO-Anbieter immer weniger werden. Googles vor über 3 Jahren gestartete Qualitätsoffensive ist fast überall in den Köpfen angekommen. Unseriöse SEOs sind vom Aussterben bedroht. Das ist gut für die Kunden und bestätigt uns und viele andere, die schon seit Jahren predigen, dass SEO strategisch und nachhaltig sein muss. In unserer alltäglichen Arbeit transformiert sich die Suchmaschinenoptimierung weg von einer reinen technischen Dienstleistung hin zur Unternehmesberatung in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten auf der Kundenseite. Dieser Eindruck hat sich im Austausch mit Gleichgesinnten aus ganz Deutschland bestätigt.

Content is King. (Bill Gates, 1996)

Abgedroschen und nervig. Aber wenn man nur eins vom SEO-DAY mitgenommen hat, dann das diese Aussage absolut wahr ist. Mit technischer Onpage- und Offpageoptimierung alleine kommt man nicht mehr auf die erste Seite. Relevante, einmalige und hervorragende Online-Inhalte sind für die Zielerreichung unabdingbar. Auch das deckt sich mit unseren Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag.

Die Branche wird technisch brillanter. Was wir auf dem SEO Code Day und am Vortag auf dem Expert-Day gesehen und gehört haben, ist beeindruckend und zeigt ebenfalls, dass SEO kein Nischenthema mehr ist, sondern hier werden in Zukunft sehr große Räder gedreht werden. SEO ist nicht tot, das wird jetzt erst richtig lebendig.

Lebendig bedeutet auch: Ständige Weiterbildung. Auf große Teile meines BWL-Studiums kann ich mich noch ziemlich lange verlassen. Wer hingegen nur ein Jahr lang im SEO nichts dazu gelernt hat (keine Konferenzen besucht, kein Autodidakt ist), der ist auf einem richtig veraltetem Wissensstand. Die Geschwindigkeit im SEO ist hoch, und lebenslanges Lernen ist hier keine Theorie, sondern Alltag.

Die Verbesserung des Image der gesamten SEO Branche und die zunehmend notwendige Spezialisierung im Onlinemarketing führt auch dazu, dass SEO als Berufsweg attraktiver wird. Das wiederum führt hoffentlich zu einem größerem Angebot an Arbeitskräften, zu einer steigenden Nachfrage nach hochwertiger Ausbildung – und damit zu einer weiteren Professionalisierung der Branche.

Yahoo kooperiert nun auch mit Google

Titelbild Google Yahoo hat im Rahmen des Quartalsberichts am Donnerstag eine neue Partnerschaft verkündet.

Im April hat Yahoo Ihre exklusive Zusammenarbeit mit Microsoft aufgegeben. Nun hat sich Yahoo für seine Suchmaschine Unterstützung von Google geholt. Da die Zusammenarbeit zwischen Yahoo und Google nicht exklusiv ist, erlaubt dies Yahoo weiterhin mit Microsoft zusammenzuarbeiten. Dazu ließ CEO Marissa Mayer bei der Präsentation der Quartalszahlen verlauten, dass man sich ansehen werde, wie die Suche und das Anzeigengeschäft zwischen dem eigenen Angebot, Google und Microsoft aufgeteilt wird. Die Partnerschaft von Google und Yahoo umfasst sowohl die organische Suche als auch die Werbung für Desktop- und Mobil-Suche. Neben den USA wird dies in ausgewählten Ländern ausgeführt werden. Allerdings ist dies vorerst für Deutschland nicht geplant.

Laut den letzten ComScore Auswertungen, dominiert Google mit 64% weiterhin den Suchmaschinenmarkt in den USA. Im Gegensatz dazu, besitzt Microsoft 20,7% und Yahoo nur 12.6%. Die Yahoo-Aktie ist seit dem ersten Deal mit Microsoft signifikant abgerutscht.

Dies ist übrigens nicht der erste Zusammenschluss zwischen den beiden Suchmaschinen Yahoo und Google. Im Jahr 2008 musste Yahoo eine Partnerschaft mit dem Mitbewerber wegen eines kartellrechtlichen Verfahrens einstellen.

Die Kooperation zwischen Yahoo und Microsoft wird, laut einer Stellungnahme von Microsoft, weiterhin fortgesetzt. Wie diese sich langfristig entwickeln wird, bleibt allerdings abzuwarten.

Content is king – aber bitte interessant mit Bildern & Co. aufwerten

Titelbild Blog Freitag Content-Marketing ist auch weiterhin, neben wichtigen technischen Optimierungen im OnPage Bereich, eine entscheidende Größe, die über den Erfolg einer Webseite und ihrer Sichtbarkeit bei Google entscheidet. Zukünftig geht der Trend deutlich in Richtung Content, der einen Mehrwert bildet, sowie Social Sharing. Mehr zum Thema Content und Social Seeding gibt es am 28.10.2015 in einem ausführlichen Fachvortrag mit dem Thema „Blogmarketing & Social Seeding“ von Patrick Föller, bei uns in der Agentur. Nähere Informationen zu dem Fachvortrag und zur Anmeldung finden Sie hier.

Einer der Grundgedanke von Google ist es, Informationen für die breite Öffentlichkeit verfügbar zu machen. Von Anfang an hat sich Google deutlich vom reinen Webverzeichnis abgesetzt und immer höheren Fokus auf relevante Inhalte gelegt. Darum stehen bei Suchmaschinenoptimierung auch gute und relevante Informationen mehr im Mittelpunkt als nur die reine technische Optimierung von Webseiten. Ziel ist es, Texte SEO relevant und nutzerfreundlich zu gestalten, damit sie das Interesse des Lesers wecken, einen Mehrwert bieten und nicht offensichtlich etwas bewerben. Idealerweise werden neue Inhalte automatisch in den sozialen Netzwerken verbreitet und ziehen somit Verlinkungen, Shares und Aufmerksamkeit nach sich.

Viele Content-Verantwortliche und Blogger stellen sich oftmals die Frage, welche Inhalte die Chance haben überhaupt im Netz wahrgenommen zu werden. Hierbei ist die entscheidende Frage: Was muss der Inhalt bieten, um wahrgenommen zu werden? Mit absoluter Sicherheit sollte er entweder informativ oder unterhaltsam sein.

Verlinkungen oder Shares – was ist momentan der Trend in den sozialen Netzwerken?

Die meisten Inhalte in sozialen Netzwerken bekommen weder Shares noch Verlinkungen. Beiträge, die eine Interaktion hervorrufen, sind immer noch eher geteilte als verlinkte Inhalte. Hierzu wurde dieses Jahr von BuzzSumo in Kooperation mit Moz eine Studie veröffentlicht. Es wurden 100.000 zufällig ausgewählte Posts untersucht, lediglich 50% davon konnten zwei oder weniger Interaktionen aufweisen und insgesamt 75% der zufällig ausgewählten Posts konnten keine externe Verlinkung verzeichnen. Bei einer weiteren Stichprobe mit 750.000 untersuchten Posts hatten über 50% keine externe Verlinkung. Bei allen Veröffentlichungen werden Shares und Verlinkungen nicht gleichmäßig verteilt, einige Top-Performer schöpfen den Großteil der Interaktionen in sozialen Netzwerken für sich selbst ab.

Außerdem gibt die Studie Auskunft über die Korrelation zwischen Shares und Verlinkungen. Es gibt schlichtweg keine. Die Korrelation betrug gerade einmal 0,021, d.h. es gibt kaum einen Zusammenhang. Dies bedeutet wiederum, dass Menschen aus völlig unterschiedlichen Gründen Inhalte teilen. Es kann also kein einheitliches Muster identifiziert werden.

Doch was machen die Top-Performer richtig?

Auch wenn es anscheinend keinen wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen Shares und Verlinkungen gibt, können jedoch trotzdem wichtige Faktoren bestimmt werden, welche Inhalte eher geteilt, bzw. verlinkt werden als andere. Häufig sind es meinungsbildende, journalistischen Inhalte, die verbreitet werden. Ein User kann damit seine eigene Meinung in der Community untermauern. Außerdem erhalten Posts mit Daten und Fakten zahlreiche Shares und Verlinkungen.

Hier sind wir auch schon bei der Beantwortung der Frage: Was machen die Top-Performer richtig?! Inhalte, die mit Bildern, Videos oder beispielsweise Infografiken aufbereitet sind, erhalten viel Zuspruch. Der Content kann noch so gut sein und SEO optimiert, ohne Bilder oder weitere Aufbereitungen ist es undenkbar. Auch hierzu liefert BuzzSumo, diesmal in Kooperation mit Okdork.com, Zahlen und Fakten. Verfügt ein Artikel über ein oder mehrere Bilder, wird er doppelt so oft geteilt als ein Artikel ohne grafische Elemente. Bilder bewirken einen erstaunlich positiven Effekt auf den Leser. Das Interesse steigt und Inhalte können besser erfasst werden. Es darf auch etwas überzogen sein. Content und darin eingebaute grafische Elemente, die Emotionen auslösen, haben eine viel höhere Chance geteilt zu werden. Der Grund ist, dass bei positiven Emotionen ein Glücksgefühl entsteht, woran man gerne andere teilhaben lässt. Dabei wird das positive Gefühl wie ein Geschenk an die Community weiter gegeben. Memes sind beispielsweise eine hervorragende Möglichkeit, Content mit Bilder lustig anzureichern.

Meme
Bevor grafische Inhalte verwendet werden, sollte man sich immer vorher vergewissern, dass der Urheber des Inhalts die Einwilligung zur Veröffentlichung gegeben hat. Über Stockphotos können z.B. Fotos und Infografiken gegen eine geringe Gebühr gekauft werden, diese dürfen dann aber auch auf Webseiten und Blogbeiträgen verwendet werden – ganz ohne rechtliche Folgen.

Nur mit der richtigen Vorgehensweise wird die Strategie von Erfolg gekrönt

Nicht nur grafisch aufbereiteter Inhalt führt zum Erfolg und erzielt somit einen besseren Bekanntheitsgrad im Netz, mehr Backlinks und Social Signals. Die damit erhoffte Steigerung der Conversions kann nur mit verlinkungswürdigem Inhalt generiert werden. Dabei sind eine taktische Vorgehensweise, die Auswahl der Zielgruppe, das Thema und die richtigen Keywords entscheidend.

Ohne genau definierte Zielgruppe ist wohl jede Content-Marketing-Strategie zum Scheitern verurteilt. Es ist nicht unbedingt ratsam, dort mitzumischen, wo sich hunderte Konkurrenten tummeln. Content im Umfeld von Randgruppen kann eine gute Strategie sein, um die passende Zielgruppe anzusprechen.

Bei der Themenauswahl ist es sinnvoll hinsichtlich ihrer SEO Tauglichkeit vorzugehen. Die richtigen Keywords sind dabei entscheidend. Mit verschiedene Tools, wie z.B. dem Google AdWords Keyword Planner, können Keywords mit hohem Suchvolumen ermittelt werden. Zudem werden Alternativen angeboten, um die passenden Keywords für Texte herauszufiltern.

KeywordPlanner Blogpost2
Die Qualität einer Webseite spielt für User als auch für Suchmaschinen eine wichtige Rolle. Die Texte sollen einzigartig sein und einen gewissen Mehrwert schaffen. Oftmals wird im Netz fast schon gepredigt, dass Inhalte von Webseiten das Zünglein an der Waage seien und entscheidend für die Sichtbarkeit in der Ergebnisliste bei Google sind. Und das stimmt auch. Mit guten Inhalten können in der gesamten Strategieplanung im OnPage Bereich bestimmte Stellschrauben gedreht werden, sodass die Webseite – sei es ein Onlineshop, die Firmenhomepage oder der private Blog – erfolgreich und sichtbar bei Google ist. Mit der sogenannten WDF*IDF Formel können Webseiten als auch Unterseiten so gestaltet werden, dass sie einzigartig sind und die Kriterien erfüllen, um gut von Suchmaschinen gefunden zu werden. WDF*IDF Tools helfen bei der Überprüfung von Texten auf spezielle Keywords.

Fazit

Content is king – aber reiner Text reicht nicht mehr aus. Es gilt die Devise: Texte müssen SEO optimiert und mit allen grafischen Mitteln aufgewertet sein, um damit Informationen und einen Mehrwert bieten zu können. Nur so besteht eine gute Chance, dass der Inhalt viele Shares und Verlinkungen erzielt, die wiederum die Reichweite und die Reputation bei Google fördern.

 

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